körperlich anstrengend und anspruchsvoll, aber die Löhne sind mitunter sehr niedrig. Oft sogar so niedrig, dass die Arbeiter damit weder sich selbst noch ihre Familien versorgen können. Insbesondere Wanderarbeiter auf abgeschiedenen Farmen sind dem Risiko schlechter Arbeitsbedingungen und Ausbeutung ausgesetzt. Trotzdem ist diese Arbeit für Millionen von Menschen in kaffeeproduzierenden Ländern wie Brasilien die einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Glücklicherweise kann eine Zertifizierung Positives bewirken, wie das Beispiel der Familie de Souza aus Süd-Brasilien zeigt. 

Renilson de Souza from Brazil

Renilson de Souza

Ein ungewöhnlicher Arbeitsweg

Jedes Jahr legen die de Souza-Brüder rund 1.000 Kilometer quer durch den brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais zurück, um Kaffee auf der Ponto Alegre-Farm zu ernten.

„Wir verbringen die Wintermonate immer mit der Kaffeeernte“, sagt der älteste Bruder Renilson de Souza. „Bei uns Zuhause gibt es um diese Zeit kaum Arbeit.“

Renilsons Frau, sein Vater und seine Kinder begleiten ihn auf seiner Reise. Verglichen mit durchschnittlichen Pendlerstrecken mag sich das nach einem langen Arbeitsweg anhören. Für die Familie de Souza lohnt sich diese Reise jedoch. Sie pflücken rund 440 Kilogramm Kaffeekirschen pro Tag und verdienen damit in drei Monaten in etwa das, was ihnen der Mindestlohn in ihrer Heimat in neun Monaten einbringen würde.

Für einen Lohn, der die Lebenshaltungskosten deckt

Die Ponto-Alegre-Farm, auf der Renilsons Familie arbeitet, ist UTZ-zertifiziert. Deshalb sind die Bedingungen dort besser als auf vielen anderen Farmen. Renilson sagt:

Die Arbeit auf einer zertifizierten Farm macht sowohl unser Leben als auch das unserer Kinder leichter. Sie können nun in eine nahe gelegene Schule gehen, während wir arbeiten.

Alle UTZ-Farmen sind verpflichtet, auf existenzsichernde Löhne hinzuwirken – sprich Löhne zu bezahlen, die den Arbeitern und ihren Familien einen angemessenen Lebensstandard ermöglichen. Ein existenzsichernder Lohn liegt fast immer über dem gesetzlichen Mindestlohn. Für die Arbeiter und ihre Familien bedeutet er demnach einen echten Mehrwert.

Wir arbeiten im Rahmen der „Global Living Wage Coalition“ (GLWC), einem weltweiten Zusammenschluss für bessere Einkommens- und Lebensbedingungen, mit anderen führenden Zertifizierungsprogrammen zusammen. In einem ersten Schritt entwickeln wir länderspezifischen Richtwerte für einen existenzsichernden Lohn. In Minas Gerais, wo Renilson und seine Familie arbeiten, liegt der übliche Lohn bei 383 US-Dollar im Monat. Ein existenzsichernder Lohn würde dagegen 477 US-Dollar betragen.

Jonas, Luzita and Adão de Souza, coffee workers in Brazil

Jonas, Luzita und Adão – der Bruder und die Eltern von Renilson

Zertifizierungen verbessern die Lebensbedingungen

Die Erfahrungen von Familie de Souza spiegeln sich in unabhängigen Studien wider, die den Mehrwert von Zertifizierungen untersuchen. Eine aktuelle Studie zu zertifizierten Farmen in Brasilien zum Beispiel hat herausgefunden, dass 70 Prozent der Arbeiter dort von unmittelbaren Vorteilen durch die Zertifizierung berichten. Sie nannten dabei unter anderem, dass die Arbeitsbedingungen sicherer geworden seien und die Infrastruktur verbessert worden sei – etwa durch die Errichtung von Speisesälen und Sanitäranlagen.

Bis ein existenzsichernder Lohn flächendeckend eingeführt und das Leben aller Kaffee-Arbeiter dauerhaft verbessert wird, ist es noch ein weiter Weg. Aber durch den Kauf von zertifizierten Produkten tragen Sie als UTZ-Partner dazu bei, eine nachhaltigere Zukunft für die ganze Branche zu schaffen sowie die Lebensbedingungen für Farmer, Arbeiter und ihre Familien schon heute zu verbessern.