Der Klimawandel ist kein weit entferntes Problem, das nur die Menschen in anderen Ländern betrifft. Er ist ein weltweites Problem, das jeden von uns betrifft. Besonders negativ wirkt er sich auf die Kaffee-, Kakao- und Teeproduktion aus. Er kann die Erträge und die Qualität mindern und die Preise in die Höhe treiben. Wir haben mit Henriette Walz, unserer Expertin für Klimawandel und Umwelt, darüber gesprochen, wie UTZ Farmer in den Herkunftsländern dabei unterstützt, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen.

Schlechte Bedingungen für Kaffee, Tee und Kakao

Cracked land with plant - climate change

Kaffee, Kakao und Tee gehören zu jenen Rohstoffen, die ganz bestimmte Anbaubedingungen benötigen, um zu gedeihen. Durch den Klimawandel verursachte Veränderungen bei Temperatur, Niederschlagsmenge und Zugang zu Wasser können sich negativ auf die Erträge und die Erntequalität auswirken.

Henriette erklärt: „Der Klimawandel kann für Produzenten in vielen tropischen und subtropischen Regionen eine Katastrophe bedeuten. Es gibt mehr Schädlinge und Krankheiten, mehr Dürren und unvorhersehbare Regenfälle. So haben Farmer es schwer, Arbeiten wie die Ernte zu planen und durchzuführen. Viele Gebiete werden zukünftig zu heiß und zu trocken sein, um diese Rohstoffe überhaupt anbauen zu können.

Farmern helfen, sich an den Klimawandel anzupassen

Die gute Nachricht ist, dass nachhaltige Anbaupraktiken Farmern dabei helfen können, sich an die neue Situation anzupassen. Henriette beschreibt das Konzept der Anpassung mit einer einfachen Metapher: „Wer bei Regen rausgehen muss, kann den Regen nicht stoppen – aber eine Regenjacke anziehen. Das ist Anpassung. Auch den Klimawandel können wir nicht aufhalten. Aber wir können den Farmern dabei helfen, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen und besser mit den Auswirkungen umzugehen.“

Coffee farmer plants shade trees on his UTZ certified coffee farm in Vietnam.

Anbau schattenspendender Bäume, um Kaffeepflanzen zu schützen

Der Code of Conduct von UTZ enthält verschiedene Möglichkeiten, mit denen die Farmer sich anpassen können. Ein Beispiel ist der Anbau schattenspendender Bäume. Größere Pflanzen wie Bananen- oder Avocadobäume spenden Schatten, senken die Temperatur rund um die Anbaupflanzen und schützen den Boden vor Erosion und starken Regenfällen. Diversifikation durch den Anbau anderer Pflanzen stellt eine zusätzliche Möglichkeit für die Farmer dar, ihr Einkommen zu verbessern. Bessere Bewässerungsmethoden und ein gutes Bodenmanagement sind weitere Beispiele für eine bessere Anpassung.

Diese Maßnahmen können den entscheidenden Unterschied machen. Henriette dazu: „Indem sie den Code of Conduct von UTZ befolgen, können Farmer sich in Bezug auf den Klimawandel besser behaupten. Eine Studie über Kaffeefarmer in Kolumbien wertete einen Zeitraum von drei Jahren unter ungünstigen Wetterbedingungen aus. Das Ergebnis: Nicht-zertifizierte Farmer mussten im Studienzeitraum einen Ernterückgang um 52 Prozent hinnehmen. Bei den UTZ-Farmern jedoch blieben die Erträge entgegen dem landesweit negativen Trend mit minus einem Prozent stabil. Diese Resultate lassen uns hoffen, dass Farmer, die gute Anbaumethoden anwenden, besser in der Lage sein werden, mit dem Klimawandel umzugehen.“

Vorausschauendes Risikomanagement

Die Folgen des Klimawandels können für die Farmer je nach Region und Rohstoff unterschiedlich sein. Aus diesem Grund fordern wir Farmervereinigungen dazu auf, eine Risikobewertung für ihre jeweilige Situation durchzuführen. Dadurch können sie bestimmen, welche Maßnahmen ihnen am meisten nutzen, um sich an den Klimawandel anzupassen. Dieser Bottom-Up-Ansatz der Klimaplanung vermittelt Verantwortungsgefühl. Und die Erfahrung zeigt, dass es die Farmer dazu motiviert, sinnvolle Klima-Praktiken zu implementieren.

Climate adaptation workshop

Farmer während eine Workshops zur Anpassung an den Klimawandel in Vietnam

Ist Anpassung genug?

Ein Drittel der globalen Treibhausgase haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft. Deshalb stehen auch Farmer in der Verantwortung, die globalen Bemühungen, dem Treibhauseffekt zu begegnen, zu unterstützen. Der UTZ Code of Conduct schafft Anreize für die Farmer, ihre Treibhausgase zu verringern – zum Beispiel indem sie Entwaldung verhindern, das Abfallmanagement verbessern und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ihren Farmen einschränken. Sie stellen Maßnahmen der Schadensminderung dar.

Wandel auf Sektorebene

Yet to address the challenges related to climate change all actors have to work together. Often changes in government policy or the way companies operate are needed as well as working with whole landscapes or entire farming communities.

Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, müssen die verschiedenen Akteure zusammenarbeiten. Häufig sind Änderungen in der Regierungspolitik oder in der Handlungsweise von Unternehmen ebenso nötig wie die Arbeit mit ganzen Landstrichen oder kompletten Farmverbänden.

Aus diesem Grund sind wir Teil des umfassenden Sektor-Partnerschafts-Programms. Es vereint Farmer, Händler, Käufer, die Zivilgesellschaft, Regierungen und weitere Akteure. Mit Pilotprojekten in neun Ländern, die sechs Thematiken adressieren – einschließlich des Klimawandels – tragen diese Partnerschaften dazu bei, Veränderungen auf Sektorebene zu bewirken.

Pilotprojekte in Malawi und Nicaragua

In Malawi hat UTZ sich zum Beispiel mit dem Internationalen Zentrum für tropische Landwirtschaft (CIAT) und der Tea Research Foundation zusammengetan, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Teeproduktion des Landes prognostizieren zu können. Diese Folgenabschätzungen zeigen, wie wichtig es ist, dass alle Akteure des Sektors zusammenarbeiten, um Maßnahmen zur Anpassung zu identifizieren und umzusetzen.

Ein anderes Beispiel stellt unser Pilotprojekt in Nicaragua dar. Hier arbeitet UTZ mit dem Kaffee Erzeugerverband Cafenica und dem Internationalen Zentrum für tropische Landwirtschaft zusammen. Das Projekt unterstützt Kleinbauern, indem es beispielsweise Frühwarnungen herausgibt, die über den wahrscheinlichen Ausbruch von Schädlingen und Krankheiten informieren. Außerdem sind Farmer dazu verpflichtet, ihre Daten aufzuzeichnen, so auch zum Wetter. Mit den Aufzeichnungen können sie bestimmte Anbautechniken besser kalkulieren, zum Beispiel das Düngen ihrer Pflanzen.

Sosial media visual - climate change cocoaWas können Sie tun?

Als Käufer von UTZ-Produkten helfen Sie bereits dabei, die langfristige Beschaffung von Kaffee, Tee und Kakao zu sichern. Unser Toolkit zum Klimawandel (in englischer Sprache) bietet eine große Auswahl an Material, um Kunden und Kollegen zu zeigen, wie ein nachhaltiger Einkauf dabei hilft, dem Klimawandel zu begegnen. Nutzen Sie die übersichtlichen Informationen, Farmerreferenzen, Geschichten und Social Media Posts, um Ihre eigene Nachhaltigkeitsgeschichte zu kreieren.