Gestartet ist das UTZ-Programm mit einer einzigen Kaffeefarm in Guatemala. Das war im Jahr 2002. Seitdem ist das Programm massiv gewachsen. Tatsächlich ist es heute das weltweit größte Zertifizierungsprogramm für nachhaltigeren Kakao und Kaffee. Aber wie groß ist es genau? Anne Dullemeijer, Project Manager Tailored Programs, wertet die Daten für das Jahr 2017 für uns aus. Sie erklärt, dass es viele verschiedene Parameter gibt, um die Größe und die Reichweite von UTZ zu messen.

Mehr als 1,3 Millionen Farmer und Arbeiter

Ein eindeutiger Beleg für die Reichweite des UTZ-Programms ist die Anzahl der Farmer und Arbeiter, die das Programm erreicht.

2017 nahmen mehr als 987.000 Farmer am UTZ-Programm teil. Als Farmer gilt, wer sein eigenes Land bewirtschaftet oder als Selbständiger agiert. Zusammengenommen beschäftigten diese Farmer über 368.000 Arbeiter, entweder in Festanstellung oder als Saisonarbeiter während besonders arbeitsintensiver Phasen, zum Beispiel zur Erntezeit.

Die Schätzungen darüber, wie viele Farmer und Arbeiter es auf den Kakao-, Kaffee- und Teefarmen der Welt insgesamt tatsächlich gibt, weichen stark voneinander ab. In Bezug auf Kakao liefert die World Cocoa Foundation mit die zuverlässigsten Aussagen. Sie schätzt die Zahl der Kakaofarmer auf mehr als 5 Millionen weltweit. Dies würde in der Folge bedeuten, dass UTZ mit etwa 15 Prozent aller weltweiten Kakaofarmer zusammenarbeitet.

Mehr als 3,4 Millionen Hektar Anbaufläche

Da immer mehr Farmer Teil des UTZ-Programms werden, wächst auch die Anbaufläche, die gemäß den Nachhaltigkeitsanforderungen von UTZ bewirtschaftet wird. Zusammengenommen bewirtschaften UTZ-zertifizierte Farmer eine Fläche von über 3,4 Millionen Hektar. Zur leichteren Vorstellung: Das entspricht in etwa einer Fläche von 34.000 Quadratkilometern. 

UTZ-Anbaufläche

Bei den Daten zur Größe der Anbaufläche handelt es sich um Schätzungen. Sie basieren auf Kalkulationen der Farmer. Da diese nicht immer über GPS oder alternative Messinstrumente verfügen, ist eine präzise Größenangabe oftmals schwierig. Um zu gewährleisten, dass die Angaben so genau wie möglich sind, steht UTZ den Farmern mit Rat und Tat sowie konkreten Richtlinien zur Seite. Darüber hinaus überprüfen die Auditoren, dass die Kalkulationen sinnvoll aufgesetzt und durchgeführt wurden.

41 Anbauländer und 131 Verbraucherländer

UTZ ist wahrlich ein weltumspannendes Programm. UTZ-zertifizierter Kaffee, Tee und Kakao wird in 41 Ländern rund um den Globus angebaut.

Im Jahr 2017 erhielten mehr als 15.000 neue Produkte in 131 Ländern das UTZ-Label. Die meisten davon waren Schokoladenprodukte.

Kaffee, Tee und Kakao: Produktion

Wir weisen jedes Jahr aus, wieviel zertifizierten Kaffee, Tee und Kakao die UTZ-zertifizierten Farmer melden.

Mit den Produktionszahlen verhält es sich wie mit den Hektarangaben zur Anbaufläche. Diese basieren auf den Schätzungen der Farmer, die einmal jährlich bei UTZ eingereicht werden. Dabei wird die anstehende Ernte hochgerechnet. Auch hierfür stellen wir den Farmern einen Leitfaden zur Verfügung und zeigen ihnen, wie diese Hochrechnungen am besten vorzunehmen sind. Trotzdem bleibt dieser Prozess eine Herausforderung: Die Farmer müssen das gesamte Jahr im Voraus erheben, oftmals noch vor Beginn der Haupterntezeit.

Als Grundlage kann der durchschnittliche Ertrag des Vorjahres dienen. Allerdings ist zu bedenken, dass veränderte Wetterbedingungen oder eine Anpassung der Anbaumethoden zu großen Abweichungen führen können. Die Zertifizierungsstellen überprüfen die Ertragszahlen daher im Rahmen ihrer Audits und stellen sicher, dass eine zuverlässige Berechnungsmethode angewandt wurde.

Wir arbeiten stetig daran, die Zuverlässigkeit der Daten weiter zu erhöhen. Die Auditoren zeichnen auch die tatsächlich erzielten Ernteerträge der Farmer aus dem zurückliegenden Jahr auf. Die Daten, die uns bisher vorliegen, zeigen, dass die tatsächlichen Kakao-Erträge bei rund 81 Prozent des Schätzwerts liegen.

Kaffee, Tee und Kakao: Absatz als UTZ-zertifiziert

Sobald ein Farmer sein Audit zur UTZ-Zertifizierung bestanden hat, darf er sein Produkt als UTZ-zertifiziert verkaufen. Das bedeutet, dass der Erstkäufer – zusätzlich zum Marktpreis –eine Prämie an den Farmer entrichtet. Außerdem wird der Verlauf in unserem Online-Rückverfolgbarkeitssystem aufgezeichnet. So wissen wir genau, welche Menge eines Produkts als UTZ-zertifiziert ver- und gekauft wurde. Die verkaufte Menge eines UTZ-zertifizierten Produkts ist immer geringer als die Menge des als UTZ-zertifiziert hergestellten Produkts. Weshalb das so ist, erfahren Sie hier.

Anne fast zusammen: „Die Datenlage ist sehr komplex. Aber egal, welche Parameter man zugrunde legt, ein Fakt bleibt eindeutig: Das UTZ-Programm hat einen enormen Einfluss!“

Jahresbericht 2017

Wenn Sie mehr erfahren wollen, zum Beispiel über länderspezifische Daten, werden Sie in der Rubrik „Facts & Figures“ in unserem aktuellen Jahresbericht fündig. Sie können den kompletten Bericht herunterladen und sich online über den wachsenden Einfluss von UTZ informieren.