Der UTZ-Zertifizierung liegt ein strenges Audit-System zugrunde. Dadurch wird sichergestellt, dass die Vorgaben des UTZ-Standards eingehalten werden. Viele unserer Partner wissen, dass unabhängige Zertifizierungsstellen die UTZ-zertifizierten Farmen und Unternehmen kontrollieren. Es gibt jedoch noch einen weiteren Weg, über den wir die Einhaltung unseres Standards sicherstellen: das Interne Management System (IMS). Wir haben mit Paul Schep, Senior Manager von Training bei UTZ, über das IMS und seine Funktionsweise gesprochen.

Wie Audits funktionieren

UTZ-zertifizierte Farmer werden jährlich überprüft. Zertifizierte Unternehmen in der UTZ-Lieferkette werden, abhängig vom Ergebnis ihres letzten Audits, alle ein bis drei Jahre kontrolliert. Durchgeführt werden die Audits von unabhängigen und zugelassenen Auditoren-Teams, den sogenannten Zertifizierungsstellen.

Warum wir ein IMS brauchen

„Die Auditoren können während des Auditierungsprozesses nicht jede einzelne Farm einer Farmergruppe oder Kooperative persönlich besuchen. Stattdessen wählen sie eine repräsentative Stichprobe von Farmen innerhalb dieser Gruppen aus, um mit ihnen Audits durchzuführen. Die Anzahl der Farmer errechnet sich dabei aus der Quadratwurzel der Gesamtzahl an Farmern“, erklärt Paul. „Aus diesem Grund ist das IMS so wichtig. Denn darin werden alle Farmer ganzjährig überprüft.“

Internal inspector on an UTZ certified coffee farm in Peru

Wie sich das IMS zusammensetzt

Das IMS wird von einem Team geleitet, das sich aus Mitgliedern der jeweiligen Farmergruppe zusammensetzt. Sie sind dafür verantwortlich, die Farmen zu überwachen und ihnen dabei zu helfen, den UTZ-Code of Conduct einzuhalten. Das Team besteht unter anderem aus internen Kontrolleuren, Kassenwarten sowie Technik- und Finanzberatern. Sie führen (unangekündigte) interne Kontrollen auf allen Farmen einer Gruppe durch und weisen die Farmer in sämtliche Anforderungen und Regeln des UTZ-Standards ein.

„Während einer Kontrolle stellen die IMS-Auditoren den Farmern viele Fragen. Dabei werden alle Aspekte des Standards abgedeckt“, erläutert Paul den Prozess. „Dazu gehören Punkte wie die Größe ihrer Farm, die Produktions- und Verkaufszahlen oder die Bezahlung ihrer Arbeiter, sofern welche angestellt sind. Diese Auskünfte gleichen sie mit denen der Arbeiter ab, um sicherzustellen, dass die Angaben korrekt sind. Gegebenenfalls kontrolliert der IMS-Auditor außerdem, wie die Arbeiter von A nach B kommen, wie sie untergebracht sind und was sie zu essen bekommen. Umweltbezogene Fragen wie Wasserverbrauch, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, der Erhalt der Biodiversität und ähnliches werden ebenfalls überprüft.“

Internal inspection coffee farm Peru

Das IMS in Aktion

Basierend auf den Ergebnissen der internen Kontrollen erstellt das IMS-Team für jede einzelne Farm einen Selbstauskunftsbogen und einen Drei-Jahres-Management-Plan. In den Zeiten zwischen den Audits nutzen die Farmer diese Werkzeuge. Erstens, um zu überprüfen, ob sie im Einklang mit den Vorgaben agieren und zweitens, um herauszufinden, in welchen Bereichen es Nachbesserungsbedarf gibt. Bevor das jährliche Audit stattfindet, sendet das IMS-Team die Selbstauskunftsbögen an die Zertifizierungsstellen. „Dies ist ein wichtiger Bestandteil des Prozesses“, erklärt Paul. „Der externe Auditor nutzt diese Information, um eine Risikoeinschätzung für die Farmergruppe vorzunehmen. Auf Grundlage des so identifizierten Gesamtrisikos entscheidet er, welche Farmen er besuchen wird. Entscheidend ist, dass die identifizierten Risiken repräsentativ für die gesamte Gruppe sind. Denn nur so kann das Audit die Gesamtsituation korrekt widerspiegeln.“

Internal inspection on an UTZ farm in Uganda

Ein lückenloses Netz

Das IMS und das IMS-Team sind einer der Grundpfeiler des UTZ-Prüfsystems. „Das sind die Leute, die die Farmer kennen und ihnen bei Fragen zur Seite stehen. Sie sind vor Ort und haben das Gespür dafür, wenn Dinge nicht funktionieren und ein Standard oder eine Vorgabe vielleicht nicht eingehalten werden“, erklärt Paul. „Die Kernaufgabe des IMS besteht darin, den Farmern zu helfen, ihre Anbaumethoden wo notwendig zu verbessern und ihnen verlässliche Auskünfte zu den Anbaumethoden zu geben, die am besten zu ihrer sozialen Lage und technischen Ausstattung passen. Es sind kleine Schritte. Doch genau diese bringen uns einer nachhaltigeren Produktion und einer nachhaltigeren Welt letzten Endes näher.“