Seit seiner Gründung im Jahre  2002 hat es UTZ weit gebracht. Tatsächlich sind wir inzwischen das größte Zertifizierungsprogramm der Welt für nachhaltigen Kakao und Kaffee. Vor Kurzem haben wir auch nachhaltige Haselnüsse ins Programm aufgenommen. Warum Haselnüsse? Und wie sieht unser Plan aus, hier etwas zu bewirken? Unsere Programm-Managerin für Haselnüsse, Leonie Haakshorst, erklärt die Hintergründe.

Die Herausforderungen

Über 75 % der weltweit konsumierten Haselnüsse kommen aus der Türkei, wo sie meist in kleinen Farmen entlang der Schwarzmeerküste angebaut werden. Leider ist dies ein Gebiet, in dem  lange Zeit Kinderarbeit und schlechte Bedingungen für Wanderarbeiter herrschten. Jedes Jahr reisen ganze Familien in der Türkei umher, um bei der Haselnussernte zu helfen, und bringen ihre Kinder mit zur Arbeit. Diese Familien sind oft kurdische oder ausländische Wanderarbeiter aus Georgien. Darüber hinaus sind viele der Haselnusssträuche sehr alt, was zu geringer Produktivität führt.

Marktnachfrage

Die meisten Haselnüsse werden von europäischen Süßwarenhersteller eingesetzt. Diese haben bereits große Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit gemacht, denn viele von ihnen beziehen bereits 100 % UTZ-zertifizierten Kakao. Wie wir von den Unternehmen gehört haben, wollen sie ihre Nachhaltigkeit weiter ausbauen, indem sie auch nachhaltige Haselnüsse einkaufen.

UTZ schließt die Lücke

Founding members hazelnut programUnd so wurde das UTZ-Programm für nachhaltige Haselnüsse ins Leben gerufen! Wir haben die Erfahrung und das Netzwerk, um das Feld und den Markt miteinander zu verbinden. Vier Gründungsmitglieder – Migros/Delica, Natra, die REWE Group und die niederländische Supermarktkette Jumbo – haben das Programm 2014 gestartet.

Wir haben den Standard für den nachhaltigen Anbau von Haselnüssen entwickelt, indem wir die Kompetenzen der Farmer, der Industrie, der Regierungen und der NGOs gebündelt haben. Wie bei allen UTZ-Programmen decken diese Standards gute landwirtschaftliche Praxis, Farmmanagement, Umwelt und Soziales ab – mit einigen speziellen zusätzlichen Bedingungen für Haselnüsse. Zum Beispiel sind Haselnussplantagen in der Türkei durchschnittlichen 80 bis 100 Jahre alt, so dass deren Produktivität sehr gering ist. Das UTZ-Programm unterstützt Farmer dabei, wann und wie sie am besten ihre Pflanzen zurückschneiden, um sicherzustellen, dass diese den größtmöglichen Ertrag erzielen.

Kinderarbeit

Bei Haselnüssen legen wir den Fokus besonders darauf, Kinderarbeit zu verhindern. Natürlich ist Kinderarbeit auf UTZ-zertifizierten Farmen verboten, doch das allein ist nicht genug, da es bedeuten könnte, dass die Kinder einfach woanders arbeiten. Deshalb arbeiten wir mit anderen lokalen und internationalen NGOs zusammen und unterstützen Farmer bzw. Farmergemeinschaften bei ihrem Bestreben, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder anzubieten.

Aktueller Stand

Heute (Sept. 2017) sind über 4.000 Farmer und 46 Akteure der Lieferkette, wie z.B. Marken und Einzelhändler Teil des UTZ-Programms. In 2016 haben die ersten UTZ-zertifizierten Haselnüsse ihren Weg bis ins Supermarktregal gefunden – ein toller Erfolg, den wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern fortsetzen werden.

Haben Sie Interesse an nachhaltigen Haselnüssen oder an weiteren Informationen zum UTZ-Programm? Lesen Sie hier mehr zur Teilnahme am Programm oder sprechen Sie uns gerne persönlich an: hazelnut@utz.org.