Aktualisiert am 23. Mai 2019

Das UTZ-Haselnussprogramm gibt es mittlerweile seit fünf Jahren. In dieser Zeit ist es von vier auf 100 Marktteilnehmer angewachsen und hat weitere Anbauländer über die Türkei hinaus erschlossen. Eines davon ist Georgien. Wir waren kürzlich vor Ort und haben mit den beiden UTZ-zertifizierten Haselnussfarmerinnen Maka Gergedava und Nana Gamisonia gesprochen, um mehr über ihre Geschichte zu erfahren. Sie haben uns erzählt, wie sich die Zertifizierung auf ihr Leben auswirkt und wie der Haselnussanbau in dieser Region aussieht.

Der Anbau zertifizierter Haselnüsse in Georgien

Georgien spielt im Haselnussanbau eine zunehmend wichtige Rolle. Anka Fair Trade, ein Unternehmen zur Verarbeitung und für den Export von Haselnüssen, hält in Georgien ein UTZ-Zertifikat, das 11 Kooperativen und damit insgesamt 753 Haselnussfarmerinnen und -farmer umfasst. Elkana, eine georgische NGO, hat diese Haselnusskooperativen für Anka aufgebaut. Außerdem unterstützt Elkana die Haselnussfarmer durch Trainings dabei, den UTZ Code of Conduct einzuhalten.

Hazelnut farmer Maka Gergedava, Georgia

Maka Gergedava

Maka Gergedava – Kooperative „Edelweiss“

„Edelweiss“ ist eine der Kooperativen, die von Elkana aufgebaut wurden. Sie hat 56 Mitglieder, die meisten von ihnen sind Frauen. Maka Gergedava aus Pakhulani, einer Kleinstadt im Westen von Georgien, ist seit drei Jahren Mitglied der Kooperative. Sie hat von ihrer Familie zwei Haselnussanbauflächen geerbt: eine Parzelle mit einem halben Hektar gegenüber von ihrem Haus sowie eine kleinere Parzelle in den Bergen. Gemeinsam liegt deren jährlicher Ertrag bei etwa 1.000 Kilo an zertifizierten Haselnüssen. Maka berichtete uns, dass sie mithilfe der Zertifizierung ihre Ernte verbessern konnte und dass ihre Haselnüsse nun gesünder und von höherer Qualität sind.

„Ich wurde darin geschult, meinen Haselnusshain anders zu pflegen,“ sagt sie. „Ich säubere die Haine nun regelmäßig, um Pilzbefall zu vermeiden und achte vermehrt darauf, die Sträucher zuzuschneiden.“ Maka hat darüber hinaus auf organische Dünger und Pflanzenschutzmittel umgestellt. Die Kooperative stellt ihr außerdem Ausrüstung für den Anbau und die Ernte zur Verfügung, zum Beispiel einen Traktor.

Auf ihren Haselnusshainen arbeitet Maka pro Jahr nur zwei Monate. Den Rest des Jahres arbeitet sie in einem Kulturzentrum in der Stadt. Während der zehn Tage dauernden Ernte im August hilft Makas Familie dabei, die Nüsse zu sammeln. So muss sie keine zusätzlichen Arbeitskräfte anheuern.

Nana Gamisonia – Kooperative „Lazi“

Hazelnut farmer Nana Gamisonia Georgia

Nana Gamisonia

Die Farm von Nana Gamisonia liegt in der Nähe von Zugdidi. Zugdidi liegt ebenfalls im Westen Georgiens, dem Hauptanbaugebiet für Haselnüsse. Nana besitzt einen Haselnusshain mit einem Hektar. Diesen hatte ursprünglich ihr Mann in den Achtzigerjahren angelegt. Neu bepflanzt wurde der Hain im Jahr 2000. Für Nana sind die Haselnüsse ihre Haupteinnahmequelle, während ihr Mann eine Reihe an kleineren Nebeneinkünften hat. Nana ist seit drei Jahren UTZ-zertifiziert.

Letztes Jahr brannte Nanas Haus nieder. Gleichzeitig musste sie Verluste in Höhe von 31 Prozent bei der Rendite pro Haselnussfrucht hinnehmen. Die Nüsse im Inneren der Schale waren zu klein. An diese Zahl erinnert sich Nana noch sehr gut, obwohl all ihre Aufzeichnungen und Dokumente durch das Feuer zerstört wurden. Trotz dieser Widrigkeiten hat Nana alles neu aufgebaut. Sie hat an derselben Stelle ein kleineres Haus errichtet und sieht der diesjährigen Ernte positiv entgegen.

„Einer der größten Vorteile von der Teilnahme am UTZ-Programm ist, dass ich nun von einer NGO unterstützt werde. Sie hilft mir dabei, meine Haselnussproduktion nach dem Feuer wiederaufzubauen,“ erklärt Nana. Sie geht davon aus, dass ihr Ertrag in diesem Jahr höher liegen wird.

Nana ist Teil der Kooperative „Lazi“ mit 254 Mitgliedern. Die Kooperative bietet Transport-Services an und versorgt die Farmerinnern und Farmer während der Produktion und Ernte mit Säcken. Sie untersucht die Produktion außerdem auf ihren Feuchtigkeitsgehalt und überprüft ihre Qualität. Darüber hinaus verleiht die Kooperative Schälmaschinen an die Farmer und unterstützt beim Ausbringen von organischen Pflanzenschutzmitteln.

UTZ certified hazelnut farm in Georgia

Zertifizierte Haselnussfarm in Georgien

Für die Ernte stellt Nana Arbeiter aus der Gegend an. Diese versammeln sich jeden Morgen um 5 Uhr in kleinen Gruppen auf dem Markt und bieten den Farmerinnen und Farmern ihre Arbeitskraft an.

„Frauen wissen alles über ihre Farmen,“ so erklärt Nana, warum so viele Mitglieder der Kooperative Frauen sind. Mit den Informationen rund um den nachhaltigen Anbau und effizientes Farmmanagement, wie sie im Rahmen der Zertifizierung vermittelt werden, wächst dieses Wissen noch weiter an.

Sie wollen noch mehr zum Thema Haselnüsse wissen? Hier finden Sie weitere Informationen rund um Haselnüsse und die Herausforderungen im Haselnussanbau an die Nachhaltigkeit.

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