Aktualisiert am 24. Juni 2019

Das UTZ Programm verfolgt einen ausgewogenen Nachhaltigkeitsansatz, der den Faktoren „Soziales“, „Ökologie“ und „Ökonomie“ gleichermaßen Rechnung trägt. Heute sehen wir uns mit Henriette Walz, Expertin für Klimawandel und Umwelt, den zertifizierten Kakaoanbau vor dem Hintergrund des ökologischen Faktors an. Sie erklärt, wie Ihr Unternehmen den Umweltschutz durch den Einkauf von zertifiziertem Kakao unterstützt.

Zertifizierter Kakao gegen Entwaldung

„Wir betrachten Entwaldung beim Kakaoanbau als großes Problem“, so Henriette. „Der Wald ist für das Überleben des Planeten von entscheidender Bedeutung, aber aufgrund alternder Kakaoplantagen und sinkender Erträge werden viele Wälder abgeholzt, um Platz für neue Plantagen zu schaffen.“

Verbot von Entwaldung

Das UTZ-Programm umfasst verschiedene Herangehensweisen an dieses Problem. Erstens ist Entwaldung im Rahmen des UTZ-Programms verboten. Damit sich ein Bauer zertifizieren lassen kann, muss er seine Früchte auf Land anbauen, das als Agrarfläche eingestuft oder zur landwirtschaftlichen Nutzung freigegeben wurde. Es gibt außerdem weitere Anforderungen, die sicherstellen, dass in Schutzgebieten wie Nationalparks bzw. in einem Umkreis von 2 km keinen Anbau betrieben wird, es sei denn es gibt dafür einen speziellen Managementplan.

UTZ farmers take measures to prevent deforestation

UTZ Bauern nehmen Massnahmen gegen Entwaldung.

Gute Anbaumethoden

„Eine weitere Möglichkeit zur Problembekämpfung besteht darin, den Bauern geeignete Anbaumethoden zu zeigen“, so Henriette. Durch bessere Anbaumethoden können die Bauern ihre Erträge steigern. Das bedeutet auch, dass weniger neue Agrarflächen benötigt werden. Außerdem verlangt das UTZ-Programm von den Kakaobauern, dass sie einen Teil ihres Landes jedes Jahr neu bepflanzen, um die Produktivität alternder Plantagen aufrechtzuerhalten und die Bauern davon abzuhalten, Bäume für neue Flächen abzuholzen.

Zertifizierter Kakao und Anpassung an den Klimawandel

Social media visual - climate change cocoaEin weiteres großes Problem für die Kakaobranche ist der Klimawandel. „Der Ertrag und die Qualität im Kakaoanbau werden durch höhere Temperaturen und häufigere Trockenperioden beeinträchtigt, was beides eine Folge des Klimawandels ist“, so Henriette. „Auch die Schädlingsbekämpfung wird immer schwieriger.“ Man geht davon aus, dass die Jahrestemperatur weltweit bis 2050 so stark ansteigt, dass es in vielen heutigen Kakaoregionen zu heiß für den Anbau sein wird.

Schattenbäume

„UTZ-zertifizierte Bauern lernen, heute geeignete Anbaumethoden umzusetzen, um die Risiken des Klimawandels künftig abmildern zu können“, so Henriette. Durch das Pflanzen schattenspendender Bäume kann man z. B. die Lufttemperatur auf der Plantage senken und der Bodenerosion durch schwere Niederschläge entgegenwirken.

Cocoa farmer Gilberto Rodriguez Ortiz from Peru

Gilberto Rodriguez Ortiz, Kakaobauer in Peru

Gilberto Rodriguez Ortiz, ein peruanischer Kakaobauer, hat die Idee von Bäumen als Schattenspender für seine Plantage übernommen. „Ich habe pro Hektar 40 bis 50 Bäume, die Schatten geben“, erklärt er. „Diese Bäume werden sorgfältig ausgewählt, damit sie das Wachstum der Kakaopflanzen nicht beeinträchtigen. Außerdem versorgen sie den Boden mit Nährstoffen.“

Besseres Wassermanagement

Ein besseres Wassermanagement hilft den Erzeugern ebenfalls, sich an das sinkende Wasserangebot anzupassen. Präzisere Bewässerungsmethoden stellen sicher, dass die Pflanzen zur richtigen Zeit die richtige Wassermenge erhalten, und verbesserte Speichertechniken sorgen dafür, dass Wasser für Trockenperioden aufgespart werden kann.

Der peruanische Kakaobauer José Rojas Segovia spürt den Klimawandel am eigenen Leib. Er kann sich jedoch dank besserer Anbaumethoden an diese Veränderungen anpassen:

Jose Rojas Segovia aus Peru Klimawandel Kakao

Jose Rojas Segovia Kakaobauer aus Peru Zitat

Erzählen Sie darüber!

Zertifizierter Kakao bedeutet für das Leben der Bauern und die Umwelt einen spürbaren Unterschied. Durch den Einkauf von zertifiziertem Kakao unterstützen Sie und Ihr Unternehmen diese positiven Veränderungen. Wäre das nicht etwas, das man weitersagen sollte? Laden Sie unser Marketingmaterial zum Thema „Klimawandel“ herunter. Darin finden Sie Tipps für Ihre Nachhaltigkeits-Story. Weitere Informationen zum Klimawandel gibt es hier.

Wir empfehlen auch das Interview mit Henriette (3″26), welches Teil einer Dokumentation über die ökologischen Auswirkungen von Landwirtschaft ist und deren Beziehung zu Entwaldung, Klimaveränderung und Verlust von Biodiversität (auf Englisch):