Seit ich vor zehn Jahren in der Kakaobranche angefangen habe, habe ich viele Frauen getroffen, die außergewöhnliche Dinge tun. Ich möchte diese Frauen am heutigen Weltfrauentag feiern und mir außerdem etwas Zeit nehmen, um festzustellen, wie weit wir in den letzten paar Jahren gekommen sind – und wie weit wir noch gehen müssen.

Ein Großteil der Schokolade, die Sie und ich essen, wird aus Kakao hergestellt, den Bäuerinnen wie Léonie Osso Sona anbauen. Sie lebt in der Elfenbeinküste in Westafrika.

Léonie ist unglaublich – sie ist resolut, unabhängig und eine geborene Anführerin. Die Welt braucht mehr starke Frauen wie sie.

Für Léonie „ist die Elfenbeinküste der beste Kakaoproduzent – und hat das allein den Frauen zu verdanken. Denn wenn Frauen etwas tun wollen, dann ziehen sie es auch durch.“

Hier können Sie ein 2-minütiges Video mit englischen Untertitelung über Léonie ansehen:


Natürlich hat sie recht. Wenn Frauen dieselben Möglichkeiten haben wie Männer, dann erreichen sie nicht selten Veränderungen, die wirklich bemerkenswert sind.

Der Grund dafür ist, dass Frauen dazu neigen, einen Großteil ihres Zuverdienstes wieder in Haushalt und Familie zu stecken, also mehr in die Bildung ihrer Kinder und in die Gesundheit und Ernährung der Familie zu investieren. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Schaffung stärkerer, gesünderer und nachhaltigerer Gemeinschaften.

Und es braucht nicht viel, um etwas zu verändern.

Léonie ist mittlerweile Vorsitzende der Bäuerinnen des Dorfes Offa und wurde für die Steigerung der dortigen Kakaoproduktion sogar schon mit einem Preis mit dem genialen Namen ausgezeichnet.

Léonie ist mittlerweile Vorsitzende der Bäuerinnen des Dorfes Offa, die sich zu einem Verband zusammengeschlossen haben, und wurde für die Steigerung der dortigen Kakaoproduktion sogar schon mit einem Preis mit dem genialen Namen „The Woman With The Large Hat“ („Die Frau mit dem großen Hut“) ausgezeichnet. All das ist ihrer Tatkraft zu verdanken – und der Tatsache, dass sie über entsprechendes Wissen und entsprechende Hilfsmittel verfügte. Das hört sich vielleicht nicht nach viel an, wenn man das große Ganze betrachtet – aber Léonie hat ihre Chance genutzt und das Beste daraus gemacht.

Der Kampf um Gleichberechtigung geht weiter

Female cocoa farmer in IndonesiaDie Elfenbeinküste erzeugt etwa ein Drittel des weltweiten Gesamtangebots an Kakao. Es gibt dort ca. 800.000 Kakaobauern, von denen die meisten nur kleine Parzellen bewirtschaften und versuchen, mit winzigen Erträgen zu überleben.

Aber während männliche Kakaobauern schon immer das Recht hatten, das von ihnen bewirtschaftete Land auch zu besitzen, war das bei Frauen normalerweise nicht der Fall. Wenn etwa eine Frau Witwe wurde, war es bis vor Kurzem aufgrund einer Mischung aus Kultur und Tradition noch so, dass der Grundbesitz nicht auf sie, sondern stattdessen auf ein anderes männliches Familienmitglied, z. B. einen Bruder, überging.

Tatsächlich machen Frauen in ganz Westafrika fast 50 % der Arbeit, besitzen aber nur etwa ein Viertel des Bodens.

Tatsächlich machen Frauen in ganz Westafrika fast 50 % der Arbeit, besitzen aber nur etwa ein Viertel des Bodens.

Darüber hinaus haben Frauen normalerweise nur Zugang zu schlechter bezahlten Arbeitsstellen.

In der Kakaobranche übernehmen Frauen gewöhnlich die Pflege der kleinen Kakaopflanzen und Arbeiten nach der Ernte, die für die Qualität der Kakaobohnen von entscheidender Bedeutung sind. Aber das Wissen, wie man diese Bohnen anbaut und behandelt, wurde traditionell in erster Linie an Männer weitergegeben, während viele Bäuerinnen kaum geschult wurden – was sich allerdings gerade ändert.

Die guten Neuigkeiten

Es gibt noch mehr gute Neuigkeiten. Ich freue mich Logo World Cocoa Foundationwirklich, zu sehen, dass immer mehr Unternehmen innerhalb der Kakaolieferkette die Notwendigkeit erkennen, in Frauen zu investieren, und spezielle Programme oder Projekte entwickelt haben, die sich auf ihre Stärkung konzentrieren. Beispielsweise beinhaltet die „CocoaAction“-Initiative der „World Cocoa Foundation“, bei der einige der größten Branchenvertreter (u. a. Mars, Ferrero, Nestlé und Cargill) mitmachen, die Selbstverpflichtung zur Förderung der Geschlechtergleichstellung.

Beim Thema „Nachhaltigkeit“ ist es wichtig, dass man ganzheitlich vorgeht und Familien, Gemeinschaften, Genossenschaften und Unternehmen einbezieht, um die Voraussetzungen für einen Wandel zu schaffen. Männer wie Frauen müssen sich der Tatsache bewusst werden, dass eine stärkere Gleichbehandlung der Geschlechter ein Menschenrecht darstellt und die Lebensbedingungen für die ganze Familie und die gesamte Gemeinschaft verbessert.

Beim Thema „Nachhaltigkeit“ ist es wichtig, dass man ganzheitlich vorgeht und Familien, Gemeinschaften, Genossenschaften und Unternehmen einbezieht, um die Voraussetzungen für einen Wandel zu schaffen.

Regierungen, Unternehmen und (lokale) Organisationen können alle eine entscheidende Rolle spielen, indem sie Selbstbewusstsein und Führungsqualitäten fördern, innerhalb der Gemeinschaften Aufklärungskampagnen durchführen und Frauen dabei unterstützen, neue wirtschaftliche Möglichkeiten zu erschließen und sich Zugang zu Sparprogrammen zu verschaffen.

Léonie ist der Beweis dafür, dass es nicht viel braucht, um den Funken zu entzünden und sowohl Frauen als auch Männern zu zeigen, dass die Dinge anders – und besser – sein können.

Ivorian cocoa farmer Leonie Osso Sona (middle)

Leonie Osso Sona, Kakaobäuerin an der Elfenbeinküste

Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass mehr Frauen Führungspositionen übernehmen, und den Erzeugerorganisationen dabei helfen, Frauen besser zu integrieren und sich um die Bedürfnisse und Interessen von Männern und Frauen zu kümmern.

Wir brauchen außerdem mehr Initiativen wie das neu gegründete „Women in Cocoa and Chocolate“-Netzwerk (WINCC), das Frauen aus der Kakao- und Schokoladenbranche zusammenführt, damit sie voneinander lernen, und die „Global Conference on Women in Cocoa“ (eine von der „World Cocoa Foundation“ organisierte Weltkonferenz für Frauen in der Kakaobranche), in deren Rahmen Frauen Erfahrungen austauschen und einander unterstützen können.

Was UTZ tut

UTZ tea farmer quote Kalimuthu Saraswathy Sri Lanka

Meine eigene Vision ist eine Welt, in der nachhaltige Landwirtschaft die Norm ist, und meine Organisation hat verschiedene Schritte auf dem Weg hin zu mehr Geschlechtergleichheit und zur Stärkung der Frauenrechte unternommen.

Unser Verhaltenskodex verlangt z. B., dass Frauen Zugang zu denselben Bildungsangeboten wie Männer haben, und dass jeder Zusammenschluss von Kakaobauern einen Beauftragten ernennt, der sich um gleiche Rechte und Möglichkeiten für Frauen kümmert.

Unser Verhaltenskodex verlangt z. B., dass Frauen Zugang zu denselben Schulungsangeboten wie Männer haben, und dass jeder Zusammenschluss von Kakaobauern einen Beauftragten ernennt, der sich um gleiche Rechte und Möglichkeiten für Frauen kümmert..

Trotzdem liegt noch ein unglaublich langer Weg vor uns. Wir alle müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Welt mehr starke Frauen wie Léonie fördert und dass Bäuerinnen in der Elfenbeinküste und anderswo in Zukunft bessere Chancen haben.

Wenn wirklich alle mitmachen, dann wird es nächstes Jahr um diese Zeit noch viel mehr zu feiern geben.

Anmerkung: dieser Artikel wurde erst auf Girl Talk HQ veröffentlicht.