Coffee_Climate_Care_logoDas Coffee Climate Care (C3) Projekt in Vietnam wurde von UTZ für drei Jahre mit dem Ziel gestartet, die Kaffeefarmer bei ihrer Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen – und damit auch den Einfluss des Kaffeeanbaus auf das Klima zu mildern. Jetzt neigt sich das Projekt dem Ende entgegen und wir kommen zurück auf Henriette Walz, unsere Expertin für Klimawandel, um sie nach den Ergebnissen und nächsten Schritten zu fragen.

„Die Erfahrungen aus diesem Projekt haben unmittelbar zur Überarbeitung des Code of Conduct geführt, der jetzt zwei auf den Klimawandel bezogene Anforderungen enthält. Die Schulungsmaterialien und das Gelernte werden deshalb bei der Arbeit rund um den Standard – das betrifft 187.000 Kaffeefarmer in 23 Ländern in 2015 – herangezogen“, sagt Henriette Walz.

  • 139 Trainer stehen bereit, um Farmer darin zu schulen, wie sie sich den Herausforderungen des Klimawandels stellen können.

  • 245 Produzenten haben an mehreren Unterrichtseinheiten an Farmer Field Schools zu diesem Thema teilgenommen.

  • 16 Auditoren wurden zu den Aspekten des Klimawandels, die für ihre Arbeit relevant sind, ausgebildet.

Gezielte Schulungen

Farmer Field School on Climate Change adaptation and mitigation, Vietnam

Farmer Field School zur Anpassung an den Klimawandel und Mitigation, Vietnam

Schulungen waren das Herzstück des Projekts. Sie wurden gut angenommen und waren bei den Farmern beliebt – dank der kleinen Gruppengrößen und der partizipatorischen Schulungsmethoden. Teil der Schulungen war auch ein Trainingsplan, der auf die unterschiedlichen Jahreszeiten und die saisonalen Anforderungen des Erntekalenders einging.

„Vor dem Projekt wussten wir ein wenig über den Klimawandel, aber mit C3 kennen wir jetzt die genauen Ursachen des Klimawandels. Uns ist klar geworden, welche Anpassungen wir vornehmen sollten“, so Tran van Dong, einer der Farmer-Promoter aus der indonesischen Provinz von Lam Dong.

Mehr Wissen, höhere Motivation, bessere Anbaumethoden

The shade trees, such as avocados like the one in this picture, are planted among the coffee. They quickly grow taller than the coffee plants, and offer protection from heat stress. This improves the quality of the coffee.

Schattenbäume, zum Beispiel Avocados wie auf diesem Bild, werden zwischen den Kaffee gepflanzt. Sie wachsen schneller als die Kaffeepflanzen und bieten Schutz vor Hitze. Dies führt zur Verbesserung der Kaffeequalität.

Das Ziel des C3-Projekts war es, die Fähigkeiten der Farmer zu verbessern, mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels umzugehen, und gleichzeitig ihren eigenen CO2-Ausstoß zu reduzieren. „Dass wir bei beiden Zielen Fortschritte machten, zeigten die Ergebnisse unserer internen Datenerfassung, welche durch die externe Auswertung eines unabhängigen Instituts bestätigt wurden“, fügt Henriette hinzu. Bei der Auswertung wurden das Wissen, die Motivation und die Umsetzung spezieller Anbaumethoden der Pilotgruppen mit einer Kontrollgruppe verglichen. Das Ergebnis? Die Pilotgruppe hatte ein größeres Wissen über den Klimawandel.

Sie waren auch hoch motiviert und begierig darauf, die während der Schulungen gelernten Praktiken umzusetzen, um das Risiko eines Ernteverlustes zu reduzieren und die Auswirkung der Kaffeeproduktion auf die Umwelt abzumildern. Die Zahl der Farmer, die ihren Anbau mit Pfeffer, Avocado, Durianfrucht, Akazien und Schwarze Cassia ergänzten sowie die Düngung und Bewässerung optimierten, war viel höher als in der Kontrollgruppe. Darüber hinaus zeigte unser internes Monitoring, dass insbesondere die durch Dünger verursachten Emissionen erheblich reduziert wurden.

Ergebnisse und Vorteile des Coffee Climate Care Projekts in Vietnam.

Feedback aus dem Feld

Um das Projekt mit seinen Aktivitäten und Ergebnissen zu reflektieren sowie zu diskutieren, was man in Zukunft besser machen kann, organisierte das Team zwei Workshops – einen in Vietnam und einen in den Niederlanden.

Am 31. März trafen sich rund 70 Teilnehmer des C3-Teams und rund 20 Farmer von beiden Pilotgruppen, der C3-Beratungsausschuss sowie Partner von NGOs, öffentliche und private Partner in der Lam Dong Provinz in Vietnam, um die Ergebnisse zu diskutieren.

Die Wichtigkeit des Themas Klimawandel in Vietnam und wie stark der Zusammenhang zwischen unregelmäßigen Regenfällen, landwirtschaftlicher Produktivität und dem Einkommen der Farmer ist, war bekannt. „Es ist von entscheidender Bedeutung, Modelle von guten landwirtschaftlichen Praktiken zu entwickeln und Material, um ihre Anwendung zu unterstützen“, sagt Doan Toan vom Landwirtschaftsministerium des Bezirks Krong Pak in der vietnamesischen Provinz Dak Lak.

Coffee farmer Pham Van Hoan sharing his experience during the closing workshop in Vietnam.

Kaffee Farmer Pham Van Hoan teilt seine Erfahrungen aus dem Abschlussworkshop in Vietnam.

In den Niederlanden lag der Fokus darauf, wie man mit Partnerschaften die Anpassung an den Klimawandel auf kleine landwirtschaftliche Kaffee-, Kakao- und Teebetriebe übertragen kann.

Britta Wyss Bisang, UTZ-Programmdirektorin: „Heute soll nicht das Ende [des Projektes] sein, es soll ein neuer Anfang sein, wie man die Aktivitäten der Kaffeefarmer steigern kann, um sich damit an die Auswirkungen des Klimawandel anzupassen und sie abzumildern – nicht nur in Vietnam, sondern auch darüber hinaus.“

Britta Wyss Bisang_Coffee Climate Care_Round table _The Netherlands

Britta Wyss Bisang von UTZ beim runden Tisch der Interessenvertreter des Coffee Climate Care in den Niederlanden.

Die Teilnehmer teilten ihre Erfahrungen über unterschiedliche Strategien, das Projekt weiter voranzutreiben sowie Hindernisse und Möglichkeiten zu diskutieren. Darüber hinaus wurden bestimmte Themen diskutiert, zum Beispiel wie man die Anpassung an den Klimawandel messen kann (KPIs), wie man die Gründung von Projekten zur Anpassung an das KIima für Investoren attraktiv machen kann und wie man die Stimmen der Farmer auf den nationalen Plattformen stärken kann.

Anwendung des Gelernten

Coffee farmers in Vietnam

Kaffeefarmer in Vietnam

Die Erfahrungen aus diesem Projekt sind schon in den UTZ-Standard eingeflossen und haben damit die Vorteile auf 187.000 Kaffeefarmer ausgeweitet. Verschiedene Aspekte zur Anpassung an den Klimawandel wurden dem Code of Conduct hinzugefügt. Richtlinien und Schulungsmaterialien basieren auf den Ergebnissen in Vietnam. „Wir würden gerne damit fortfahren, die Umsetzung der Standards im Feld mit tiefgreifenden Maßnahmen, wie das C3-Projekt, zu unterstützen. Deshalb sind wir mit vielen Partnern im Gespräch, um die Methoden weiterzugeben und ähnliche Projekte in anderen Ländern und landwirtschaftlichen Bereichen zu starten“, sagt Henriette abschließend.

Sind Sie an weiteren Diskussionen interessiert oder möchten Sie wissen, wie es mit dem C3-Projekt weitergeht? Wenden Sie sich an marketing@utz.org.

Das Schulungsmaterial, das während des Projekts entwickelt wurde, steht bald in der Resource Library zur Verfügung.

Coffee Climate Care wurde von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) mit öffentlichen Geldern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.