Aktualisiert am 23. Mai 2019

Juan Pablo Echeverri von der Hacienda Venecia in Kolumbien war der erste Kaffeefarmer in seinem Heimatland, der sich im Jahr 2002 UTZ-zertifizieren ließ. Viele Farmer hatten aufgrund schwankender Kaffeepreise und einer weltweiten Kaffeekrise ihre Existenzgrundlage verloren. Juan Pablo wusste, dass er einem neuen Ansatz folgen musste, um weiterhin im Kaffeegeschäft zu bleiben.

Juan Pablo Echeverri

Juan Pablo Echeverri

„Als ich die Farm in den frühen 2000er-Jahren übernahm, fiel es mir schwer, an das Produkt und an das Kaffeegeschäft zu glauben,“ sagt Juan Pablo. „Ich war aber auch davon überzeugt, dass wir bessere Preise erzielen und uns darüber hinaus weitere Vorteile verschaffen könnten, wenn wir näher an den Endverbraucher sowie den Markt herankämen. Das UTZ Programm war das Werkzeug, mit dessen Hilfe wir unseren Kaffee nachhaltiger anbauen konnten.“

Zu diesem Zeitpunkt, kurz nach der Jahrtausendwende, gab es bereits eine Reihe verschiedener Zertifizierungsprogramme auf dem Markt. Warum sich also für das UTZ-Programm entscheiden?

„Wir haben das UTZ-Programm ausgewählt, weil es speziell auf Kaffee zugeschnitten war und weil das afe de origen Hacienda VeneciaWohlergehen der Menschen [Farmer und Arbeiter] auf der Agenda weit oben angesiedelt war. In unserem Industriezweig kommt es besonders auf die Menschen an. Denn Kaffee wächst oft an sehr steilen Hängen und kann nur von Menschen geerntet werden, nicht mithilfe von Maschinen. Das war unsere anfängliche Motivation, um dem UTZ-Programm beizutreten.“

Der durch das Programm verbesserte Marktzugang – zusammen mit dem Mehrwert, den es für die Arbeiter mit sich bringt – hat sich positiv auf Juan Pablos Kaffeegeschäft ausgewirkt. Dabei handelt es sich bei einer Zertifizierung um einen fortwährenden Prozess: Während für manches Problemfeld noch an Lösungen gearbeitet wird, treten bereits neue Herausforderungen zutage. Juan Pablo zweifelt jedoch nie daran, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er glaubt, dass es sowohl auf die Produzenten als auch auf die Unternehmen ankommt, um weitere Fortschritte sicherzustellen. Der Schlüssel hierzu lautet für ihn Innovation.

Sack of green coffee beans ready to be shipped

Was bringt also die Zukunft?

Vor dem Hintergrund instabiler Kaffeepreise und dem Klimawandel als akute Bedrohung ist es schwierig für Juan Pablo, eine Prognose abzugeben. Eine Sache, die er für seine Farm jedoch bereits angestoßen hat, ist die Diversifizierung mit Kakao.

Bird watching at Hacienda Venecia

Vogelbeobachter auf der Hacienda Venecia

„Wir haben einen Hektar Land mit Kakao bepflanzt, genauer gesagt mit drei verschiedenen Sorten. Das Ganze ist ein Versuchsprojekt für den Fall, dass unser Kaffee es nicht schafft, sich dem Klimawandel gut anzupassen. Der Kakao ist noch nicht zertifiziert. Das wird er aber sehr wahrscheinlich werden, falls er sich in der Produktion bewährt. Gleichzeitig sehen wir auch viel touristisches Potenzial für unsere Finca und entwickeln diese Idee weiter.“

Juan Pablo zieht am Ende folgendes Fazit:

„Für mich ist vollkommen klar: Sich auf den Ursprung des Kaffees zu besinnen, ist von unschätzbarem Wert. Dadurch wird der Handel gestärkt und ein echter Mehrwert fließt dorthin zurück, wo der Kaffee angebaut wird. Von hier kann er dann reinvestiert werden und es entwickelt sich ein positiver Kreislauf. Die UTZ-Zertifizierung hat uns stärker gemacht – und uns besser mit der Welt vernetzt. Eine Zertifizierung öffnet Türen. Ob Du durchgehst oder nicht, hängt dann von Dir ab.“

Treten Sie dem UTZ-Programm für Kaffee noch heute bei und finden Sie heraus, wie auch Ihr Unternehmen von einer Zertifizierung profitieren kann.