Aktualisiert am 3. Juli 2019

Für Maria Aparecida Silva ist Kaffee ihr Leben. Mit ihrer kleinen Kaffeefarm Sítio Ribeirão da Onça in der Nähe des Furnas-Stausees in der brasilianischen Region Minas Gerais sorgt sie seit 65 Jahren dafür, dass sie und ihre Familie ein Auskommen haben. In dieser Zeit hat sie miterlebt, wie die Preise für Land immer weiter gestiegen sind. Und sie hat gelernt, wie man aus weniger mehr machen kann – denn die Größe ihrer Farm beträgt heute nur noch 5 Hektar.

Maria Aperacida Silva UTZ farmer Brazil

Maria Aperacida Silva auf ihrer Farm

Wir möchten Marias Geschichte mit Ihnen teilen und Ihnen zeigen, wie sie es geschafft hat, ihre Farm zu erhalten: Mit Wissen und Fähigkeiten nämlich, die sie sich angeeignet hat und die es ihr erlauben, ihr Vermächtnis an zukünftige Generationen weiterzugeben.

Bessere Anbaumethoden, höhere Produktivität

Im Jahr 2013 ist Maria der Initiative Caminho Sustentia beigetreten, einem UTZ-Schulungsprogramm für Kaffee-Kleinbauern in Brasilien. Die Initiative zielt darauf ab, die Kaffeeproduktion leistungsfähiger zu gestalten. Sie steht den Farmern zur Seite und zeigt ihnen, wie sie ihre Anbaumethoden verbessern und unternehmerischer handeln können. Seit Maria Teil der Caminho Sustentia-Initiative ist, kann sie die positiven Veränderungen allerorts sehen und spüren.

„Die UTZ Zertifizierung hat nicht nur die Qualität unserer Arbeit verbessert, sondern sich auch in Sachen Effizienz bewährt,“ sagt sie.

Die UTZ Zertifizierung hat uns dabei geholfen, die Kosten in der Herstellung zu senken und den Energieeinsatz zu reduzieren. Außerdem haben wir dadurch besseren Zugang zu qualitativ höheren Märkten erhalten, die daran interessiert sind, ihren Kaffee auch von kleineren Farmen zu beziehen.

Durch das Erlernen neuer Anbaumethoden, wie beispielsweise Kompostierung und sinnvolle Schnitttechniken, konnte Maria ihre Ernte steigern ohne dafür externe Arbeiter anheuern zu müssen. Sie war außerdem in der Lage, neue und umweltfreundliche Pulper für die Kaffee-Weiterverarbeitung anzuschaffen, die weniger Energie und Wasser benötigen.

Maria Silva's farm in Brazil is part of the UTZ training program 'Caminho Sustentia initiative'

Verbesserung der Qualität

Ein weiterer nennenswerter Vorteil betrifft die Qualität des Kaffees an sich. Die Lage am Furnas-Stausee bringt eine hohe Luftfeuchtigkeit mit sich. Dadurch hatte Maria in der Vergangenheit oft damit zu kämpfen, dass die Kaffeebohnen noch vor der Ernte fermentierten. Im Rahmen des UTZ-Programms erlernte sie Strategien, um dies zu verhindern. „In Schulungen haben wir gesehen, wie wir die Kaffeekirschen am besten ernten können, sodass sie so reif wie möglich sind, aber ohne dass die Fermentation bereits eingesetzt hat,“ sagt sie.

UTZ farmer Maria Aperacida Silvain Brazil

Unterstützung für die nächste Generation

Sítio Ribeirão da Onça ist ein Familienunternehmen. Und zwar eines, bei dem alle, auch die Frauen, mitmischen.

Grandson of BRazilian coffee farmer Maria Aperacida Silva

Marias Sohn

Seitdem sich Maria die Werkzeuge und die Ausbildung, die ihr die Initiative bietet, voll zunutze macht, ist es für sie leichter, das Familienunternehmen aufrechtzuerhalten sowie die Zukunft ihrer Familie und ihrer Farm zu sichern. „Mein Enkel macht gerade seinen Abschluss in Agrarwissenschaften und arbeitet bereits auf der Farm. Wir haben alle so viel gelernt!“

Die Fortschritte, die durch die Caminho Sustentia-Initiative erreicht werden konnten, färben auf die gesamte Gemeinde ab. Maria berichtet, dass sie mittlerweile auch in der Stadt positive Veränderungen beobachtet, sobald Arbeiter mit den Prinzipien von Zertifizierungen und Nachhaltigkeit in Berührung kommen. Eine Beobachtung, die sich mit einer unabhängigen Studie über das UTZ-Kaffeeprogramm in Brasilien deckt. Darin gaben 90 Prozent der befragten Farmer an, dass das UTZ-Programm ihnen Vorteile bringt und sie anderen Farmern zur Teilnahme daran raten würden.

Ausblick

In Anbetracht wachsender Herausforderungen durch den Klimawandel werden das Einsparen von Ressourcen und die Steigerung der Effizienz auf wenigen Hektar Land weiterhin die bestimmenden Themen für Maria und ihre Familie bleiben. Für Maria ist der Kaffeeanbau aber die einzige Art zu leben, die sie kennt – und die sie liebt. Die nachhaltigen Methoden und Praktiken, die sie jetzt kennt, geben ihr den Mut, diese auch an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

„Als Familienoberhaupt muss ich dafür sorgen, dass wir profitabel sind und auch in Zukunft ein Auskommen haben. Das geht nur, indem wir unsere Farm gut managen“

Quote UTZ coffee farmer Maria Aparecida Silva Brazil (German)

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