Aktualisiert am 27. Mai 2019

Die Begeisterung von Patricia Quijandría Díaz für das Thema Nachhaltigkeit wurde durch ihre Arbeit im Rahmen ihres Abschlusses mit zertifizierten Farmern in den Wäldern Perus geweckt. Heute ist sie von Lima aus als unsere Landesvertreterin für Peru und Ecuador tätig. Wir sind gespannt, was Patricia uns von ihrem Arbeitsalltag zu berichten hat. Außerdem wollen wir mehr darüber erfahren, wie sich unsere Arbeit auf die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in diesen Ländern auswirkt.

„Ich bin Ansprechpartnerin für Farmergruppen, Unternehmen, Käufer und Verbraucher“, erklärt Patricia. „Angefangen bei NGOs bis hin zu Institutionen der Regierung arbeite ich jeden Tag mit den verschiedensten Organisationen zusammen. Ich stehe oft in Kontakt mit den technischen Schnittstellen, aber auch mit Kaffee- und Kakaoproduzenten sowie -Verarbeitern.“

„Der Austausch von Wissen und Informationen ist ebenfalls Teil meiner täglichen Arbeit. Mindestens ein- bis zweimal pro Monat reise ich in die Regionen, um mich mit zertifizierten Farmern zu treffen. Langeweile kommt bei mir nie auf. Es gibt immer viel zu tun.“

Patricia Quijandría Díaz, UTZ country rep Peru & Ecuador

In Peru gibt es rund 45 Farmergruppen, die zertifizierten Kaffee produzieren. Für Kakao sind es 25 Gruppen, deren Produktionsvolumen von 2015 auf 2016 um 49 Prozent gestiegen ist. In Ecuador zählen wir 56 Kakaoproduzenten – sowohl Einzelfarmer als auch Farmergruppen – und ein UTZ-zertifiziertes Kaffeeunternehmen. „Ecuador gehört zu den drei Ländern mit den meisten UTZ-zertifizierten Mitgliedern. Ich bin daher sehr stolz darauf, hier zu arbeiten,“ sagt Patricia.

Für mehr Gleichberechtigung

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern nimmt einen großen Teil im UTZ-Programm ein. Patricia kennt die Gründe dafür aus erster Hand:

Ich glaube, dass der hohe Stellenwert von Frauen manchmal nicht erkannt wird. Dabei sind sie der Schlüssel für das wirtschaftliche Wachstum und die Reduzierung der Armut. Wenn es darum geht, Geld in die Farm oder die Familie zu investieren, spielen Frauen eine wichtige Rolle.

Nachdem sie die Trainings durchlaufen haben, bringen viele der Kooperativen, mit denen wir arbeiten, eigene Projekte auf den Weg. „Oftmals liegt der Fokus dabei auf Projekten, die neue Einkommensmöglichkeiten erschließen“, berichtet Patricia. „Manche Gruppen lernen, wie man Kaffeesäcke bedruckt und promoten ihre Organisation mithilfe verschiedener Marketingmethoden. Ich glaube, dass das Frauen in eine bessere Position bringt, um ihre Jobsituation zu verbessern und ihren Stellenwert innerhalb der Familie zu steigern. Außerdem wirkt es sich positiv auf die Zukunft der Organisationen aus, in denen die Frauen aktiv sind.“

Patricia Quijandría Día talking to Fanny of CENFROCAFE cooperative in Peru

Patricia im Gespräch mit einem weiblichen Mitglied der CENFROCAFE-Kooperative in Peru.

Eine der Kakaokooperativen, mit denen Patricia in Peru arbeitet, heißt ACOPAGRO. „Diese Kooperative hat Frauen als ‘Lead Farmer’ ausgewählt und sie zu Themen wie Technik, Marketing und Führung geschult. Jetzt leiten die Frauen die Trainings für die anderen Mitglieder der Kooperative und entwickeln Geschäftsmöglichkeiten rund um die Herstellung von Schokolade.“

Eine andere Kooperative, CENFROCAFE, hat ein aus Frauen bestehendes Komitee gebildet. Diese Frauen wurden geschult, um Café Apu bekannter zu machen. Café Apu ist sowohl eine Marke als auch ein moderner Coffeeshop, die die Kooperative ins Leben gerufen hat, um ihren Kaffee zu verkaufen.

Was die Frauen davon haben? Patricia erklärt es:

Sie haben das Gefühl, ihnen werden mehr Möglichkeiten geschaffen, um erfolgreich zu sein. Die Frauen sind nicht mehr nur einfach ein Teil des Farmlebens. Jetzt haben sie das Gefühl, dass sie mehr dazu beitragen können, dass sich die wirtschaftliche Situation ihrer Familie verbessert. Die Frauen wirken massiv gestärkt. Für mich ist ganz klar, dass diese Verbesserungen auf die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zurückzuführen sind.

Nutzen Sie unser Gender Toolkit

Wollen Sie mehr darüber lesen, wie wir zum Thema Gleichberechtigung stehen? Oder von Kaffee-, Kakao- und Tee-Farmerinnen erfahren, wie sich die UTZ-Zertifizierung auf ihr Leben ausgewirkt hat? Dann können Sie hier unser Gender Toolkit herunterladen.