LIDL CARE Project partners in Guatemala

Gemeinsam mit dem UTZ-Programm und der Hilfsorganisation CARE hat Lidl Deutschland eine Nachhaltigkeitsinitiative im Kaffeeanbaugebiet von Guatemala ins Leben gerufen. Das „Projekt Guatemala“ stärkt vor allem die Rolle der Frauen und fördert den produktiven und nachhaltigen Kaffeeanbau. 90 Farmerinnen der Kleinbauernkooperative Agrícola Integral Acatenango (Fedecocagua) werden dazu in nachhaltigen Anbau- und Verarbeitungsmethoden geschult. Dadurch können sie nicht nur ihr Einkommen aus dem Kaffeeanbau steigern, sondern sind auch besser gegen die Auswirkungen des Klimawandels gewappnet.

Lidl Project Guatemala coffee

„Projekt Guatemala“-Kaffee (Foto: Lidl)

Seit Oktober 2018 ist der „Projekt Guatemala“-Kaffee in Lidl-Filialen in den Regionen Hamburg und Berlin dauerhaft erhältlich. Als Aktionsartikel ergänzt er ab Mitte November in allen deutschen Filialen zeitweise das Sortiment.

Lidl bekennt sich zu zertifiziertem Kaffee

„Angesichts der Geschlechterungleichheit und den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels in Guatemala war es uns wichtig, mit unserem Projekt vor allem die kleinbäuerlichen Erzeugerinnen von Kaffee bei der Umstellung auf einen nachhaltigeren Anbau zu unterstützen“, erläutert Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf bei Lidl Deutschland.

Das „Projekt Guatemala“ reiht sich bei Lidl in das kontinuierliche Engagement für nachhaltigen Kaffee ein. Seit Februar 2018 bezieht das Handelsunternehmen 50 Prozent der Kaffeemenge für Eigenmarken von zertifizierten Farmen. Durch die zunehmende Verfügbarkeit von nachhaltig zertifiziertem Kaffee konnte der Lebensmittelhändler bereits viele Kaffeeprodukte umstellen, die seitdem mit dem UTZ-, Rainforest Alliance-, Fairtrade- oder Bio-Siegel gekennzeichnet sind. Bis Ende 2020 will Lidl für sein Eigenmarkensortiment 100 Prozent zertifizierten Kaffee beziehen.

Geschlechterspezifische Herausforderungen für Farmerinnen

Cooperativo Agrícola Integral Acatenango Guatemala.

Kooperative Agrícola Integral Acatenango in Guatemala. (Foto: Fedecocagua)

Guatemala ist sehr anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. Veränderte, unvorhersehbare Niederschlagsmuster bieten den idealen Nährboden für Pflanzenseuchen und -krankheiten. In der Folge wurde die Kaffeeernte bereits mehrfach stark durch Fälle von Kaffeerost dezimiert. Die Weltbank geht davon aus, dass beinahe 60 Prozent der Bevölkerung Guatemalas unterhalb der Armutsgrenze leben und dass weniger als 70 Prozent der Frauen schreiben und lesen können (ENA 2014). Kaffeefarmerinnen haben auch seltener als Männer Zugang zu Landbesitz, Finanzierungsmöglichkeiten, Marktinformationen und Technologie. Hinzu kommen komplexe soziale Normen, in denen der Mann traditionell für das Einkommen der Familie verantwortlich ist und den beruflichen Weg vorgibt.

Stärkung von frauengeführten Farmen

Das 2-Jahres-Projekt legt besonderen Stellenwert auf mehr Geschlechterinklusion und Frauenförderung innerhalb der guatemaltekischen Kaffeekooperative. Die Betreiberinnen von kleinen Kaffeefarmen erlernen darauf aufbauend Anbaumethoden, die ihre Produktivität erhöhen und die sie widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen.

Training in good agricultural practices

Training in nachhaltigeren Anbaumethoden (Foto: Fedecocagua)

Das Projekt konzentriert sich dabei auf drei Schlüsselbereiche: Am Anfang steht eine Risiko- und Bedarfsanalyse der 90 frauengeführten Farmen – inklusive Plänen zur Anpassung an den Klimawandel und für nachhaltiges Farmmanagement im Rahmen der Existenzsicherung.

Im zweiten Schritt dreht sich alles darum, die Produktivität zu verbessern und mehr Einkommen zu generieren. Dazu wird ein Trainingsprogramm für nachhaltigere Anbaumethoden aufgesetzt und kontinuierlicher technischer Support zugänglich gemacht. Außerdem werden neue Kaffeepflanzen-Varianten eingeführt, die widerstandsfähiger gegen Kaffeerost und andere Pflanzenkrankheiten sind.

Im dritten Bereich steht im Mittelpunkt, die Fähigkeiten und Kompetenzen der Frauen zu stärken, um sie in ihrer persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung zu fördern. Dazu gehören Programme rund um Themen wie Business Development, Führungskompetenz und Gender.

Coffee farmer Cooperativo Agrícola Integral Acatenango Guatemala_LIDL project

Kaffeefarmerin (Foto: Fedecocagua)

Das „Projekt Guatemala“ ist ein hervorragendes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen verschiedensten Stakeholdern – mit dem Zweck, die Nachhaltigkeit zu verbessern und die Grundlage für einen langfristigen Wandel im Kaffeesektor Guatemalas zu schaffen. Das verbessert nicht nur die Zukunftsaussichten von Farmerinnern und dient anderen als Vorbild für ähnliche Projekte. Es verbessert auch allgemein die Bedingungen, sodass alle Farmer weiterhin hochqualitativen Kaffee anbauen können, der Vorteile für jeden bringt.