Wir widmen uns der Aufgabe, die Verhältnisse der Kakaoerzeugung in Westafrika und anderen Kakao-Anbaugebieten weltweit zu verbessern. In den letzten Jahren haben wir gemeinsam mit UTZ unsere Kakao-Programme deutlich ausgeweitet. Doch mit dieser Ausweitung steigt auch die Verantwortung. Seit dem Zusammenschluss unsere beiden Organisationen Rainforest Alliance und UTZ im Mai 2018 arbeiten wir an einer strengeren Qualifizierung für Westafrika.

Die Zertifizierungssysteme von UTZ und Rainforest Alliance basieren auf Vertrauen und Transparenz. Sie wurden entwickelt, um in Bezug auf Herkunft und Produktionsbedingungen von Kakao ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten. Als Ergebnis unseres strengen Systems haben wir festgestellt, dass nicht-zertifizierter Kakao möglicherweise in zertifizierte Lieferketten gelangen konnte. Wir haben Gruppen identifiziert, in denen Missmanagement vorkam und unsere Vorschriften hinsichtlich Nachverfolgbarkeit, Waldrodung und Anbau in geschützten Zonen missachtet wurden. Als Folge davon wurde einigen Inhabern ihr Zertifikat entzogen. Diese Verstöße gefährden das Vertrauen in unsere Programme und sind nicht akzeptabel. Sie könnten sich künftig auch nachteilig auf unsere Programme auswirken.

Expansionsstopp für ein Jahr

Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, die weitere Expansion unseres Zertifizierungsprogramms in Ghana und der Elfenbeinküste für ein Jahr auszusetzen. Wir werden stattdessen unser Augenmerk darauf richten, die Qualität der aktuell zertifizierten Gruppen durch kontrolliertes Wachstum zu verbessern. Außerdem erhöhen wir für alle zertifizierten Gruppen unsere Anforderungen an die GPS-Kartierung.

Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung, sich auf die Einkaufsmöglichkeiten von Unternehmen auswirken wird. Der Expansionsstopp ist aber nur vorübergehend. Unser Ziel ist es, die Pause in einem Jahr aufzuheben und das Zertifizierungsprogramm von Rainforest Alliance und UTZ für neue Erzeugergruppen wieder zu öffnen – wenn unsere Aktivitäten wirken und deutliche Verbesserungen sichtbar sind. Wir erwarten, dass dies für den Erntezyklus im Oktober 2020/2021 der Fall sein wird. Alle Partner werden spätestens im April 2020 über die Wiedereröffnung des Programms informiert.

Es ist unsere oberste Priorität, unsere Glaubwürdigkeit und die unserer Partner zu sichern. Auf lange Sicht, so glauben wir, wird diese Entscheidung mit den begleitenden korrigierenden Aktivitäten vielen Teilnehmern in der Wertschöpfungskette nützen – besonders den Kakaofarmern und den Kakaoproduzenten in den Westafrikanischen Gemeinschaften.

Gemeinsam den Wandel voran bringen

Für die Rainforest Alliance sind Partnerschaft und Zusammenarbeit unerlässlich, wenn es darum geht, die wichtigen Herausforderungen in Sachen Nachhaltigkeit anzugehen, vor denen Farmer und Hersteller in der Kakaobranche stehen. Zertifizierung allein kann diese Aufgaben nicht erfüllen. Um den Wandel voran zu bringen, müssen wir mit Herstellern ebenso zusammenarbeiten wie mit Unternehmen, Regierungen und NGOs. Wir nehmen unsere Rolle hierbei sehr ernst.

Die Rainforest Alliance ist ein Partner in der Cocoa & Forests Initiative, in der verschiedene Interessengruppen aktiv sind – darunter die Regierungen von Elfenbeinküste und Ghana, die die Entwaldung stoppen und Wälder wiederaufforsten möchte. Die Rainforest Alliance ist ebenso ein Partner der International Cocoa Initiative, eine Organisation, die die Kräfte von Kakao- und Schokoladenindustrie, der Zivilgesellschaft, Farmergemeinschaften und nationalen Regierungen kakaoherstellender Länder bündelt. Sie setzt sich auch für eine bessere Zukunft von Kindern und die Abschaffung von Kinderarbeit ein.

Wir bleiben weiter unserem Ziel verpflichtet, die Umwelt- und Sozialbedingungen auf zertifizierten Kakaofarmen in Westafrika zu verbessern. Wir haben – zusammen mit anderen Akteuren in der globalen Wertschöpfungskette – eine gemeinsame Verantwortung, die Nachhaltigkeit in der Kakaobranche Westafrikas weiter voranzubringen.