Als Geschäftsführer von UTZ hat Han de Groot das Wachstum der Organisation von einem relativ neuen Player in 2010 bis zum weltgrößten Zertifizierungsprogramm für Kaffee und Kakao gemanagt. Er erklärt, dass Zertifizierungen einen unglaublichen Impact haben. Zertifizierung alleine ist aber nicht genug, um nachhaltige Landwirtschaft zur Norm zu machen. Das ist auch der Grund, warum UTZ seit 2016 neue Bereiche erschließt.

Die Rolle von Zertifizierungen

Zertifizierung hat sich als effektiv erwiesen“, sagt Han. „UTZ hat das Leben von mehr als 1.1 Million Farmer und Arbeiter sowie ihrer Familien in der ganzen Welt verbessert (2019).“

Han verdeutlicht, dass viele Themen, an denen UTZ arbeitet, ihren Ursprung fernab der Farm haben. „Ein großer Teil der Farmer auf der Welt scheitern daran, genug zu verdienen, um ihre Familien zu ernähren“, sagt er, „Es gibt auch strukturelle Probleme wie Kinderarbeit, fehlende Gleichberechtigung von Mann und Frau, geringe Löhne und zuletzt die Folgen des Klimawandels, mit dem man umgehen muss.“

Han erklärt, dass diese Probleme gemeinsam mit Regierungen, der Zivilgesellschaft und dem privaten Sektor angegangen werden müssen. „Wirklich abschaffen lassen sich diese Dinge nur mit einer gemeinsamen Anstrengung der weltgrößten Firmen und Regierungen“, sagt Han.

Auf der Farm und auf Sektorebene

Cracked land with plant - climate change

Also was bedeutet das für ein Zertifizierungsprogramm wie UTZ? Nehmen wir den Fall des Klimawandels. „Der Klimawandel hat weltweit eine verheerende Auswirkung für die Farmer“,  sagt Han. „Zertifizierungen spielen eine wichtige Rolle dabei, den Farmern zu helfen, die notwendige Anpassung an den Wandel vorzunehmen und den eigenen Anteil daran abzuschwächen. Wir wären aber naiv, wenn wir denken würden, dass das die vollständige Lösung für das Problem des Klimawandels wäre.“

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„Ebenso können wir versuchen, die Kinderarbeit auf UTZ-zertifizierten Farmen zu stoppen. Wenn wir aber die Kinderarbeit überall beenden wollen, müssen wir die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Faktoren wie die Armut, den Mangel an Schulen und vieles mehr berücksichtigen. Ansonsten ziehen die Kinder einfach weiter zur nächsten Farm oder wechseln die Tätigkeit. Wir arbeiten jetzt schon mit den lokalen Gemeinden zusammen und wollen sie befähigen, sich für mehr strukturellen Wandel einzusetzen.”

Wie kann UTZ dazu beitragen? Han de Groot:

Mit dem Wachstum des UTZ-Programms haben wir an Ansehen gewonnen und verfügen über ein größeres Netzwerk. Dies bringt die Verantwortung mit sich, größeren Einfluss auf die Agenda im Sektor in Richtung Nachhaltigkeit zu nehmen.

Deshalb hat UTZ seine Strategie seit 2016 erweitert. „Wir werden neue Wege finden, um mit marktführenden Unternehmen an der Nachhaltigkeit zu arbeiten“, erklärt Han, „genauso wie den Willen der Zivilgesellschaft in Richtung Wandel voranzutreiben.”

Die Zivilgesellschaft stärken

Mit der Förderung der niederländischen Regierung fokussiert sich UTZ auf sechs Bereiche: Kinderarbeit, Gleichstellung, Löhne, Anpassung an den Klimawandel und Wassermanagement, nachhaltige Produktivität und die Stärkung von Farmergruppen. Der letzte Bereich fördert die Verbesserung des gruppeninternen Managements und den Einfluss der Bauern in der Lieferkette.

„Dies sind die größten Hindernisse für die Farmer, ob sie zertifiziert sind oder nicht. Hier brauchen wir einen Wandel auf Sektorebene“, sagt Han. Durch dieses neue Programm fokussiert sich UTZ darauf, den Farmern, speziell Kleinbauern und weibliche Farmer, zu stärken. NROs sollen gefördert werden, die Politikverantwortlichen in Richtung Nachhaltigkeit zu beeinflussen.“

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Es gibt keinen Zweifel, dass die Herausforderungen im Landwirtschaftssektor groß sind, aber Han ist optimistisch, sie gemeinsam mit anderen Organisationen und Firmen angehen zu können. „Heute mehr denn je sind Partnerschaften der Schlüssel zum Wandel“, folgert er. „Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir eine Welt schaffen, in der nachhaltiger Anbau die Norm ist.“

Mehr Informationen zu den Themen, an denen UTZ arbeitet, finden Sie auf der UTZ-Webseite. Sie können auch unseren Flyer zu dem Thema herunterladen.

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