Daniel Katz, Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rainforest Alliance, erklärt, warum der geplante Zusammenschluss seiner Organisation mit UTZ das Thema Nachhaltigkeit einen bedeutenden Schritt nach vorne bringen wird.

Daniel Katz, Rainforest Alliance

Daniel R. Katz, Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsratsder Rainforest Alliance

Mitte der 1980er Jahre, als die weltweite Entwaldung auf ihrem Höhepunkt angelangt war, fand sich in Manhattan eine kleine Gruppe junger Leute zusammen, die ein Ziel einte: den tropischen Regenwald auf der Erde vor der Zerstörung zu schützen. Innerhalb von drei Jahrzehnten entwickelte sich aus dieser bunt zusammengewürfelten Truppe an Freiwilligen eine innovative und international tätige Organisation – die Rainforest Alliance. Eine Organisation, die sich dem Erhalt der Wälder, einer klimasmarten Landwirtschaft sowie der Schaffung von nachhaltigen Lebensgrundlagen in Regionen widmet, die zu den schutzbedürftigsten der Welt gehören.

Auf der anderen Seite des Atlantiks hat sich die in den Niederlanden beheimatete Nonprofit-Organisation UTZ einer ganz ähnlichen Mission verschrieben: die Lebensumstände von Farmern und Farmgemeinschaften rund um den Globus zu verbessern und dabei auf den Erhalt der natürlichen Ressourcen zu achten. In nur 15 Jahren hat UTZ die Art, wie Kaffee, Kakao und Tee angebaut werden, grundlegend verändert und viele visionär denkende und weltweit agierende Unternehmen auf den Weg der Nachhaltigkeit geführt.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und einer wachsenden Weltbevölkerung planen die beiden Organisationen nun, sich zusammenzuschließen. Dadurch werden wir den Anteil an dringend benötigten Nachhaltigkeitsmaßnahmen innerhalb der weltweiten Agrar-Lieferketten erhöhen können. Rund um den Globus haben unsere beiden Organisationen mehr als zwei Millionen Farmer geschult und mehr als 43 Millionen Hektar Land werden nachhaltig bewirtschaftet. Grundlegende Veränderungen haben bereits in den Köpfen von zukunftsorientierten Regierungschefs, in der Privatwirtschaft, in der Zivilgesellschaft sowie in den vom Klimawandel direkt betroffenen ländlichen Gemeinschaften eingesetzt. Indem wir nun unsere Kräfte bündeln, verleihen wir diesen Veränderungen noch mehr Kraft und können stärkere Impulse setzen.

Female tea plucker at Satemwa tea estate. Walawi

Die künftige Organisation wird die Reichweite unserer Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft sowie unserer Zertifizierungsprogramme erhöhen. So können noch mehr Farmer auf der Welt von den Vorteilen profitieren: effizientes Farm-Management, verbesserte Lebensbedingungen, erhöhte Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels sowie Schutz wertvoller natürlicher Ressourcen. 24 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen, die ursächlich für den Klimawandel sind, sind auf Entwaldung durch Landwirtschaft zurückzuführen. Wir sind deshalb darauf angewiesen, dass vor allem die Farmer in die Bekämpfung des Klimawandels eingebunden werden. Die weltweite Nahrungsmittelproduktion weiter zu entwickeln, sodass sie das wirtschaftliche Auskommen von Farmern und langfristige ökologische Stabilität unterstützt, ist nicht nur richtig, es liegt auch im ureigenen Interesse jedes einzelnen Akteurs der Lieferkette – angefangen bei den Farmern in den entlegensten Teilen der Welt bis hin zu den Verbrauchern in großen Metropolen.

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung Schätzungen zufolge auf 9,8 Milliarden Menschen anwachsen. Gleichzeitig nimmt die Fläche an fruchtbarem Land rapide ab. Die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren kann also nur gelingen, wenn ein grundlegender Wandel stattfindet und wir unsere Prioritäten in Sachen Umwelt sowie sozialen Standards komplett neu setzen. Diejenigen, die sich in der Schnittstelle von Landwirtschaft, Armut und Entwaldung engagieren, wissen, dass der Kampf gegen den Klimawandel untrennbar verknüpft ist mit dem Kampf für existenzsichernde Löhne sowie dem Schutz von Kindern vor missbräuchlicher Kinderarbeit.

Male and female UTZ farmers with cocoa pods in Indonesia

Letztlich werden Farmer oder Organisationen wie wir nachhaltigen Wandel nicht alleine forcieren können. Die Industrie muss mit gutem Beispiel vorangehen und auch die Verbraucher müssen die entsprechenden Produkte nachfragen.

Die Zahl der Zertifizierungen steigt, weil Unternehmen und Verbrauchern immer deutlicher bewusst wird, dass ihr Handeln unser aller Zukunft beeinflusst.

Dieses Bewusstsein zu schaffen – und dabei den Markt für umweltfreundliche und sozial verantwortungsvoll hergestellte Produkte auszubauen – war immer eine wichtige Priorität beider Organisationen. Indem wir unsere Kräfte mit denen von UTZ bündeln, werden wir die Basis schaffen, unsere umfangreiche Vorstellung von Nachhaltigkeit in den Lieferketten in einigen der weltweit größten und bekanntesten Marken zu verankern.

Unsere neue gemeinsame Organisation wird den Namen Rainforest Alliance tragen. Damit bauen wir auf eine vertrauenswürdige, in der Öffentlichkeit bekannten Marke auf, die bewusste Verbraucher und verantwortungsvolle Farmer gleichermaßen anspricht. Es sind die Farmer, die ihren Lebensunterhalt mit und von der Natur bestreiten und die als eine Art oberste Hüter essenzieller Ökosysteme dienen können. Wir werden einen gemeinsamen Zertifizierungsstandard schaffen, der  den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit für Millionen von Farmern rund um den Globus erleichtert. Wir werden Unternehmen dazu ermutigen, Lieferketten verantwortungsvoll zu gestalten und weiter zu stärken, indem wir die nachhaltige Produktion schlanker und effizienter machen. Und wir werden uns dafür einsetzen und dafür kämpfen, dass sich der Erhalt natürlicher Landschaften an den Menschen orientiert, die dort leben – von Indien bis Indonesien und von Guatemala bis Ghana.

In der Nachhaltigkeit sehen wir den einzigen Weg in die Zukunft. Das treibt uns mehr als alles andere an. Wir hoffen, dass Sie uns auf diesem Weg begleiten.

 Dieser Artikel wurde zuerst auf der Homepage der Rainforest Alliance veröffentlicht.