Beinahe ein Jahr ist seit dem offiziellen Zusammenschluss von UTZ und der Rainforest Alliance vergangen. In der Zwischenzeit haben wir hinter den Kulissen intensiv daran gearbeitet, einen neuen gemeinsamen Standard zur landwirtschaftlichen Zertifizierung zu entwickeln. Diesen werden wir voraussichtlich Ende 2019 vorstellen. Uns liegt viel daran, unseren Partnerunternehmen und zertifizierten Farmern den Übergang so einfach wie möglich zu gestalten. In diesem Zusammenhang freuen wir uns, nun den Startschuss für die erste Maßnahme auf dem Weg dorthin zu geben: die gegenseitige Anerkennung des Chain of Custody-Zertifizierungsprozesses.

Alex Morgan Chief Markets Officer Rainforest Alliance

Alex Morgan, Chief Markets Officer

Die Neuregelung der gegenseitigen Zertifikatsanerkennung tritt am 3. Dezember 2018 in Kraft. Sie betrifft alle derzeitigen Chain of Custody-Zertifikatsinhaber der beiden aktuellen Standards von UTZ und der Rainforest Alliance. Diese Übergangslösung erleichtert Unternehmen ihre Arbeit, bis das neue Zertifizierungsprogramm veröffentlicht wird.

Zeit- und Geldersparnis

 

„Der Zusammenschluss zwischen UTZ und der Rainforest Alliance ist so ausgelegt, dass all unsere Stakeholder, Produzenten und Unternehmen von den positiven Auswirkungen profitieren“, erklärt Alex Morgan, Chief Markets Officer bei der Rainforest Alliance. „Die gegenseitige Anerkennung der Chain of Custody-Zertifizierung ist dabei ein bedeutender erster Schritt in die richtige Richtung.“

Auf den Punkt gebracht bedeutet die Neuregelung: Als Unternehmen können Sie ab dem 3. Dezember 2018 sowohl UTZ-zertifizierte als auch Rainforest Alliance-zertifizierte Rohstoffe erwerben, auch wenn Sie nur über ein Chain of Custody-Zertifikat von einem der beiden aktuellen Programme verfügen.

Unser Ziel ist, zum einen die administrativen Kosten für Unternehmen zu reduzieren. Zum anderen soll der Auditierungsprozess vereinheitlicht werden, um den Aufwand einer Doppel-Zertifizierung zu verringern.

„Unser Ziel ist, zum einen die administrativen Kosten für Unternehmen zu reduzieren. Zum anderen soll der Auditierungsprozess vereinheitlicht werden, um den Aufwand einer Doppel-Zertifizierung zu verringern“, so Alex Morgan.

Unternehmen müssen weiterhin die Vorgaben beider Zertifizierungen einhalten, zum Beispiel beim Thema Siegelverwendung. Sie müssen jedoch nur noch einmal auditiert und lizenziert werden, um beide Zertifizierungen zu erhalten. Dadurch sparen sie Zeit und Geld. Dies ist von Vorteil für Unternehmen, die bereits mit beiden Zertifizierungen arbeiten oder die ihre Zusammenarbeit auf die zweite Zertifizierung ausweiten wollen.

Nur noch ein Chain of Custody-Zertifikat

Wie sieht das in der Praxis aus?

Supply chain actor showing approved packaging to UTZ auditorUnternehmen, die mit der Rainforest Alliance zusammenarbeiten, können sich von der UTZ-Auditierung befreien lassen (UTZ Audit Exemption). Unternehmen mit einer UTZ-Zertifizierung können die Rainforest Alliance-Zertifizierung übertragen lassen (Rainforest Alliance Endorsement). Wenn Ihr Unternehmen keinen der Rohstoffe mit der jeweils anderen Zertifizierung erwerben möchte, ändert sich für Sie nichts. Sie arbeiten wie gewohnt mit nur einem der beiden Programme zusammen.

Für Unternehmen, die doppelt zertifiziert sind, gilt: Abhängig davon, wie weit Ihr Zertifizierungsprozess fortgeschritten ist, können Sie eine der beiden Zertifizierungen beenden und mit der anderen weiterarbeiten. Dann fahren Sie entweder mit der Übertragung der Rainforest Alliance-Zertifizierung oder dem Prozess der Auditierungsbefreiung von UTZ fort.

Logs from Sri Lankan tea estateWichtig ist, dass die gegenseitige Anerkennung ausschließlich auf den Chain of Custody-Zertifizierungsprozess beschränkt ist. Marketing- oder Kennzeichnungsprozesse sind davon nicht betroffen. UTZ-zertifizierte Rohstoffe dürfen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur mit UTZ-Logo und Rainforest Alliance-zertifizierte Rohstoffe nur mit dem Logo der Rainforest Alliance versehen und verkauft werden.

Welche Schritte Sie konkret unternehmen müssen, um von der Neuregelung zu profitieren, hängt von Ihrem Unternehmen ab. Unser Leitfaden gibt dazu Aufschluss.

Gemeinsam für eine größere Reichweite und mehr positive Effekte

„Die gegenseitige Anerkennung der Chain of Custody-Zertifizierung ist Teil eines umfassenden Maßnahmenplans, um unseren Partnern den Übergang zu einem neuen, gemeinsamen Zertifizierungssystem so einfach wie möglich zu gestalten“, sagt Alex Morgan.

Die Programme von UTZ und der Rainforest Alliance laufen bis zur Veröffentlichung eines gemeinsamen neuen Zertifizierungsprogramms Ende 2019 parallel weiter. Dazu Alex Morgan: „Dieses neue Programm wird einen stärkeren Standard hervorbringen, der eine größere soziale, ökologische und wirtschaftliche Reichweite hat. Zusätzlich zu einem neuen Standard für Farmer entwickeln wir auch einen neuen Chain of Custody-Standard, eine neue Gebührenstruktur sowie neue Labelling-Richtlinien für Unternehmen, die zertifizierte Produkte beziehen. Wir wollen eine umfangreiche Veränderung im Sinne des nachhaltigeren Anbaus herbeiführen.“

Bleiben Sie in der Übergangsphase up to date: Wir werden Sie weiterhin über alle anstehenden Entwicklungen und Verbesserungen rund um die Zertifizierung in der neuen Rainforest Alliance auf dem Laufenden halten.

In der Zwischenzeit sprechen Sie uns bitte jederzeit an, falls Sie irgendwelche Fragen haben. Alle weiteren Informationen rund um die gegenseitige Anerkennung der Chain of Custody-Zertifizierung, deren Vorteile sowie eine Step-by-Step-Anleitung finden Sie hier.