Eine neue Studie belegt, dass sich der nachhaltige Handel und die nachhaltige Produktion auf dem Massenmarkt etabliert haben. Zurückzuführen ist dies auf die gestiegene Verbrauchernachfrage in diesem Segment.

Im Juni 2017 hat das „International Trade Center“ (ITC) aus Genf eine umfassende Studie mit dem Titel „The State of Sustainable Markets 2017“ vorgelegt. Das ITC ist die gemeinsame Entwicklungsagentur der Welthandelsorganisation und der Vereinten Nationen zur Erreichung der SDGs (Sustainable Development Goals), der nachhaltigen Entwicklungsziele. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem Schweizer „Forschungsinstitut für biologischen Landbau“ (FiBL) und dem „International Institute for Sustainable Development“ mit Sitz in Kanada. Sie analysiert 14 verschiedene sogenannte „freiwillige Nachhaltigkeitsstandards“ (Voluntary Sustainability Standards, VSS), um aktuelle Marktbedingungen und -trends zu identifizieren. Auch UTZ war Gegenstand der Studie.

Außergewöhnliches Wachstum

Der Nachhaltigkeitssektor verzeichnet über alle Rohstoffe hinweg ein außergewöhnliches Wachstum: Alle 14 analysierten Standards sind seit 2011 gewachsen. Nachhaltig angebaute Produkte, die international anerkannten Standards entsprechen, überholen mit ihrem rasanten Wachstum die konventionell angebauten Produkte.

Nachhaltig angebaute Produkte, die international anerkannten Standards entsprechen, überholen mit ihrem rasanten Wachstum die konventionell angebauten Produkte.

Kaffee verteidigt seine Spitzenposition als nachhaltigster Rohstoff. Mindestens 25 Prozent der Produktion stehen im Einklang mit einem oder mehreren Nachhaltigkeitsstandards. Im weltweiten Kakaoanbau sind mittlerweile 16 Prozent der Anbaufläche zertifiziert. Bei Tee hat die Zertifizierungsrate zwischen 2011 und 2015 um 115 Prozent zugenommen.

Dennoch gibt es noch immer eine Vielzahl an Herausforderungen. Der Kakaosektor sieht sich systemischer Armut und Kinderarbeit gegenüber. Bei Tee geben Bodenerosion, chemische Belastungen und unzureichender Schutz der Arbeiter Anlass zur Sorge. Darüber hinaus fehlt es über alle Rohstoffe hinweg an Daten – zu Märkten, Wirkung, Leistungsstand, Zertifizierung und Zugangsmöglichkeiten zu freiwilligen Standards.

Genau dieser Daten – und zwar in viel größerem Umfang – bedarf es allerdings, um zu überprüfen: An welchen Stellschrauben muss noch gedreht werden? Und welche Maßnahmen sollten noch ausgebaut werden? Viele Nachhaltigkeitsstandards, darunter auch UTZ, gehen diese Themen an, indem sie ihre Programme fortlaufend überwachen und bezüglich möglicher Verbesserungen auswerten. Dabei bauen sie auch auf die Zusammenarbeit mit Stakeholdern aus der Industrie.

Front page report 2017 State of Sustainable Markets Die Lösung lautet Transparenz

Die Einhaltung anerkannter und festgelegter Richtlinien bietet einigen Produzenten und Zulieferern das Sprungbrett, um die Abläufe innerhalb der Lieferketten zu optimieren. Andere halten die Richtlinien ein, um besser mit Reputationsrisiken umgehen zu können oder den Nachschub an Rohstoffen zu sichern.

Die Studie legt dar, dass freiwillige Standards in Zeiten, in denen der Druck der Verbraucher besonders hoch ist, eine wichtige Rolle einnehmen. Sie befördern eine transparentere Wertschöpfungskette und informieren die Verbraucher besser darüber, wo ihre Produkte herkommen und wo sie hergestellt werden.

Insgesamt ist der Trend eindeutig: Freiwillige Standards haben sich durch die Verbrauchernachfrage auf dem Massenmarkt etabliert. Darüber hinaus tragen sie zu einer sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit bei, die im Einklang mit der Umwelt steht.

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