Cargill Cocoa & Chocolate bemüht sich bekanntermaßen in vorderster Reihe um ein besseres Auskommen für Kakaobauern und ihre Familien. Taco Terheijden, Direktor Kakaonachhaltigkeit bei Cargill, erklärt, warum das Unternehmen mit Zertifizierungen arbeitet – und wie dies zur Erreichung seiner Nachhaltigkeitsziele und zu einem nachhaltigeren Kakaosektor beiträgt.

Taco Terheijden, Director of Cocoa Sustainability at Cargill

Taco Terheijden

Logo CargillVor etwa 10 Jahren suchten wir nach einer Nachhaltigkeitslösung, die zu unseren Vorstellungen passte, den Schwerpunkt auf die Bauern legte, die Anforderungen unserer Kunden erfüllte und flexibel genug war, um in unsere Prozesse integriert zu werden“, so Taco. „Wir hatten das Gefühl, dass die verfügbaren Optionen nicht allen unseren strengen Anforderungen genügten, weshalb die Zusammenarbeit mit UTZ für uns einen Mehrwert bedeutete.“

Cargill hat sich schon immer auf das Thema Nachhaltigkeit konzentriert, warum also noch einen Schritt weitergehen und die Schaffung eines neuen Zertifizierungsprogramms unterstützen?

„Die Zertifizierung gibt uns die Möglichkeit, Probleme innerhalb unserer Wertschöpfungskette gemeinsam anzugehen und zu zeigen, dass wir mehr können, als nur ein hübsches Produkt herstellen. Wir fanden damit eine Lösung, die unseren Kunden genug Mehrwert brachte – es ist immer schwierig, die Menschen von einem höheren Preis zu überzeugen, aber jetzt, wo sie etwas zurückbekommen, fällt uns die Argumentation leichter“, so Taco.

„Zugleich bieten wir Bauern und Bauernorganisationen durch Prämien und andere unmittelbare Vorteile einen Anreiz. Bei einer komplexen Wertschöpfungskette wie in dem Kakaosektor, die auf den Schultern zahlreicher Kleinbauern ruht, ist die unabhängige Überprüfung durch eine Zertifizierungsstelle von entscheidender Bedeutung.“

Die Zertifizierung gibt uns die Möglichkeit, Probleme innerhalb unserer Wertschöpfungskette gemeinsam anzugehen und zu zeigen, dass wir mehr können, als nur ein hübsches Produkt herstellen.

In Tacos Augen hat die Zertifizierung außerdem dazu beigetragen, Probleme wie Kinderarbeit und Klimawandel in den Vordergrund zu rücken, und Cargill konnte durch diese Partnerschaft sein Engagement in diesem Bereich unter Beweis stellen.

„Obwohl wir zunächst gedacht hatten, wir könnten diese Themen schneller abarbeiten, glaube ich trotzdem, dass die Zertifizierung eines der Werkzeuge ist, das in Kombination mit anderen Maßnahmen zur Beseitigung der Kinderarbeit beitragen wird“, fügt er hinzu.

Ohne Integration geht es nicht

Wie oft, wenn Änderungen innerhalb großer Unternehmen umgesetzt werden, war auch die Zertifizierung mit gewissen Herausforderungen verbunden.

„Die größte Hürde bestand darin, zu beweisen, dass es tatsächlich funktioniert und, dass die Zertifizierung nicht nur für die Bauern einen Unterschied machen kann, sondern auch auf Unternehmensebene ihre Wirkung zeigt“, erklärt Taco. „Auch ist nicht festgelegt, wie man Zertifizierungsprozesse in die eigene Organisation und die Organisation der Bauern integrieren soll, und man muss das im Einzelfall selbst herausfinden. Die Zertifizierung ist mit bestimmten Anforderungen verbunden, die als Last für eine Organisation empfunden werden könnten. Man muss also aus Unternehmersicht sicher sein, dass sich diese zusätzliche Arbeit irgendwo für alle auszahlt.“

How to integrate certification into your organization is not defined by anyone, you have to work out how you do that individually.

Die anfängliche Strategie des Unternehmens lautete, allen Mitarbeitern eindeutig zu vermitteln, welche Vorteile mit Zertifizierung und Nachhaltigkeit verbunden sind. Später verlagerte sich der Schwerpunkt auf den Integrationsprozess, denn „Nachhaltigkeit bedeutet für jeden etwas anderes – das Vertriebsteam versteht darunter z. B. nicht dasselbe wie die Finanzabteilung. Die richtige Integration auf organisatorischer Ebene war also der Schlüssel.“

Die Zertifizierung ist mittlerweile ein entscheidendes Werkzeug für Cargill und bildet heute die Grundlage für das Cocoa Promise des Unternehmens, mit dem sich dieses zu einer nachhaltigen Kakaoproduktion verpflichtet.

Die Zertifizierung bildet mit ihrem starken Fokus auf Schulungen und Standards eine entscheidende Grundlage, die wir als Baustein für die Erreichung unserer Ziele im Rahmen des Cocoa Promise nutzen.

Cargill Cocoa Promise leaflet - front cover

Cocoa Promise: Broschüre zu Cargills Nachhaltigkeitsprogramm

„Das Cocoa Promise ist unser übergreifender Ansatz für Nachhaltigkeit und Beschaffung“, so Taco. „Wir glauben, dass wir mit einem Stufenkonzept den Wandel vorantreiben und so Wohlstand für alle schaffen können. Die Zertifizierung bildet mit ihrem starken Fokus auf Schulungen und Standards eine entscheidende Grundlage, die wir als Baustein für die Erreichung unserer Ziele im Rahmen des Cocoa Promise nutzen.“

Der Sektor fordert Transparenz

Im weiteren Sinne glaubt Taco, dass die wichtigste Entwicklung im Kakaosektor aktuell die Forderung von Transparenz ist.

„Im Kern geht es darum: ‚Zeig mir die Ergebnisse deiner Investitionen, erzähl mir von deinen Fehlschlägen, und wir schauen gemeinsam, was man besser machen kann‘“, erklärt er. „Ich denke, dass das ein großes Thema ist und auch viel mit der Frage zu tun hat, wer in Zukunft was macht. Als Unternehmen sind wir in der Lage, gewisse Dinge zu tun, weil wir innerhalb der Lieferkette eine bestimmte Rolle spielen, und wir können andere Aufgaben übernehmen als Regierungen und Nichtregierungsorganisationen. Die Definition dieser Rollen im Rahmen eines gemeinsamen Prozesses wird also für den Erfolg entscheidend sein.“

Als Unternehmen sind wir in der Lage, gewisse Dinge zu tun, weil wir innerhalb der Lieferkette eine bestimmte Rolle spielen, und wir können andere Aufgaben übernehmen als Regierungen und Nichtregierungsorganisationen. Die Definition dieser Rollen im Rahmen eines gemeinsamen Prozesses wird also für den Erfolg entscheidend sein

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Der nächste Schritt für Cargill besteht darin, zu zeigen, was funktioniert, zu verstehen, warum es funktioniert, und den Maßstab zu vergrößern.

„Das klingt zwar sehr einfach, bedeutet aber eigentlich, dass wir auch verstehen müssen, warum es unter bestimmten Bedingungen bei bestimmten Bauern funktioniert“, fährt Taco fort. „Wir müssen versuchen, zu verstehen, warum Wissen stellenweise aufgenommen und übernommen wurde und anderswo wieder nicht, und dieses Wissen dann nutzen und in einem größeren Maßstab anwenden.“

Mein Rat für andere Unternehmen, die überlegen, den Sprung in die Nachhaltigkeit zu wagen? Macht euch selbst einen Plan, bevor es ein anderer für euch tut.

Und welchen Rat hat er für andere Unternehmen, die überlegen, den Sprung in die Nachhaltigkeit zu wagen?

„Macht euch selbst einen Plan, bevor es ein anderer für euch tut“, antwortet Taco. „Und akzeptiert, dass es in Ordnung ist, nicht alles zu wissen. Wenn eure Absichten gut sind, dann seid ihr schon auf dem richtigen Weg.“

Welche Rolle spielt nachhaltige Beschaffung für Ihr Unternehmen, und welchen Beitrag leistet UTZ dazu? Schreiben Sie uns unter marketing@utz.org