Rooibos ist mehr als ein gewöhnlicher Tee. Erstmals angebaut wurde er in einer kleinen Region in Südafrika. Seitdem der Tee in den 1930er Jahren vermehrt kultiviert wurde, wuchs auch seine Bekanntheit. Heute ist er einer der beliebtesten Kräutertees weltweit. Seit 2010 ist Rooibos Teil des UTZ-Programms. Alles, was Sie über diesen einzigartigen Tee wissen sollten, erfahren Sie heute von uns. Dazu zählen neben dem Anbau auch die Umweltbedingungen und die sozialen Herausforderungen, denen sich das Rooibos-Programm von UTZ widmet.

Wo wächst Rooibos-Tee?

map of Rooibos origin, Cederberg, South Africa

Rooibos, auch bekannt als Rotbusch oder afrikanischer roter Tee, ist in der nordwestlich von Kapstadt gelegenen Zederberg-Region in Südafrika beheimatet. Nur hier sind die Anbaubedingungen für den Rooibos ideal. Mit ihren grobkörnigen und sauren Böden, heißen und trockenen Sommern und einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 200 mm bis 700 mm im Winter bieten die Zederberge das perfekte Klima für die Strauchpflanze mit den grünen Blättern und gelben Blüten.

Seine unverwechselbare rote Farbe erhält der Tee während der Fermentierung durch die Sonneneinstrahlung. Bereits seit Jahrhunderten bereiten die Einwohner der Zederberg-Region Tee aus den Blättern der Rooibos-Pflanze zu.

Rooibos fermentation

Wie wird Rooibos-Tee angebaut?

Die Samen ausgereifter Rooibos-Pflanzen werden jährlich zwischen Februar und März ausgesät. Nach 18 Monaten erreichen die Pflanzen ihre Reife und können zum ersten Mal zurückgeschnitten werden. Die Ernte findet einmal im Jahr zur südafrikanischen Sommerzeit, also zwischen Januar und April, statt.

Um traditionellen roten Rooibos herzustellen, werden die Blätter gestapelt und anschließend gewalzt. Dadurch wird der Fermentationsprozess in Gang gesetzt. Die grünen Blätter erhalten so ihre charakteristische tiefrote Farbe und ihren würzigen und stärkeren Geschmack. Nach der Fermentierung werden die Blätter zum Trocknen in der Sonne ausgebreitet. Für grünen Rooibos-Tee werden die Blätter sofort getrocknet. Dadurch wird die Oxidation verhindert und die grüne Farbe der Blätter erhalten. Der grüne Rooibos schmeckt leichter und milder als sein roter Bruder.

Nach der Trocknungsphase wird der Rooibos nach Länge, Farbe, Geschmack und Aroma sortiert. Um einen hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandard zu gewährleisten, wird der Tee vor der Verschiffung pasteurisiert.

Ein Rooibos-Strauch ist nur für drei bis fünf Ernten ertragreich. Anschließend werden die Sträucher entfernt und andere Pflanzen kultiviert, bevor nach maximal acht Jahren erneut Rooibos angepflanzt werden kann.

Wer baut Rooibos-Tee an?Rooibos drying

Laut einer 2015 durchgeführten Fallstudie von UTZ gibt es etwa 580 Hersteller von Rooibos-Tee. Zurzeit sind 99,5 Prozent aller Rooibos-Sträucher Kulturpflanzen. Die verbleibenden 0,5 Prozent an wilden Pflanzen werden vorrangig von Kleinbauern abgeerntet. Insgesamt arbeiten circa 5.000 Menschen auf den Feldern oder in den Anlagen zur Weiterverarbeitung. Für mehr als 90 Prozent der Produktion sind die großen Farmbetriebe verantwortlich. Aber auch für viele Kleinbauern ist Rooibos ihre Haupteinnahmequelle.

Rooibos cutting machine

Herausforderungen für die Rooibos-Branche

Rooibos wird nur in der Gegend um Cape Floral kultiviert. Seitdem Cape Floral 2004 zur Weltkulturerbe-Stätte ernannt wurde, wird die Rooibos-Produktion dort stark reguliert. Erweiterungsgenehmigungen der Anbaugebiete werden nur selten erteilt. Die Hersteller müssen somit andere Wege finden, um ihre Erträge auf den bereits bestehenden Flächen zu steigern. Erschwert wird dies durch die zunehmende Dürre und die veränderten Wetterbedingungen als Folge des Klimawandels. Vor allem die schweren Dürren 2015 und 2016 haben die Erträge in der gesamten Anbauregion stark zurückgehen lassen. Hinzu kommt, dass Rooibos in einem halbtrockenen Klima wächst und nicht bewässert wird. Dadurch sind die Pflanzen beziehungsweise deren Anbau vom Wetter abhängig. Weitere Herausforderungen, mit denen die Branche zu kämpfen hat, sind hohe Investitionskosten und Preisschwankungen, die sich aus Angebot und Marktnachfrage ergeben. Doch auch das Fehlen einer Aufsichtsbehörde und mangelnde Kooperation zwischen den verschiedenen Stakeholdern sorgen für eine angespannte Situation.

Wie sich UTZ engagiert

2010 hat UTZ das Rooibos-Programm ins Leben gerufen. Ziel des Programms ist es, die Bemühungen vor Ort in Einklang mit den Anforderungen der internationalen Märkte zu bringen und die Anbaumethoden zu verbessern. Dadurch können die Ernteerträge und deren Qualität gesteigert und gleichzeitig die Rechte der Arbeiter sowie die Umwelt geschützt werden. Momentan nehmen ein sogenannter PDI-Farmer als Angehöriger einer früher benachteiligten Bevölkerungsgruppe (previously disadvantaged individual) sowie neun große Farmbetriebe am UTZ-Programm teil. Sie erhalten Unterstützung im Aufbau eines besseren Dokumentationssystems, besserer Arbeitsbedingungen, integrierter Schädlingsbekämpfung sowie umweltschonenderer Anbaupraktiken.

Sie sind neugierig, wie der Rooibos-Anbau genau von statten geht? Einen Einblick gibt unsere Rooibos-Serie auf YouTube!

Francois de Plessis, Rooibos-Farmer auf Aggenbagskraal Boedery, erklärt, was sich durch die Teilnahme am UTZ-Programm für ihn verändert hat:

Quote UTZ rooibos farmer Francois du Plessis South Africa

Mit der steigenden Nachfrage nach Rooibos-Tee wächst auch die Bedeutung des Marktes für UTZ enorm. Sie sind davon überzeugt, dass nachhaltiger Rooibos Ihr Unternehmen nach vorne bringt? Dann werden Sie noch heute Mitglied unseres Programms!