Aktualisiert am 10. April 2019

Kaffee ist mehr als ein Getränk. Es ist eine Lebensart, die weltweit mehr als 25 Millionen Landwirte unterstützt. 2017/2018 wurden schätzungsweise 161,4 Millionen 60 kg-Säcke Kaffee konsumiert (Quelle: ICO, 2019) und der Kaffeekonsum steigt seit 2012 weltweit um ungefähr 2 % pro Jahr. Mit diesem Tempo werden auch der Einfluss und die Wichtigkeit von Kaffee als Kulturpflanze in den kommenden Jahren zunehmen. Aber was wissen Sie wirklich über Kaffee? Beschäftigen wir uns einmal mit den Grundlagen und damit, wie es momentan um die Nachhaltigkeit in der Kaffeeindustrie bestellt ist.

Der Kaffeegürtel

Die Länder, in denen weltweit am meisten Kaffee produziert wird, sind Brasilien, Vietnam und Kolumbien; sie produzieren 62 Millionen, 29,5 Millionen bzw. 14 Millionen Säcke Kaffee pro Jahr (Quelle: ICO, 2017). Kaffee wird in über 50 Ländern angebaut, die in der Nähe des Äquators liegen; grob gesagt zwischen dem Wendekreis des Krebses und dem Wendekreis des Steinbocks. In diesen Ländern herrscht ein warmes und sehr feuchtes Klima, das zum Anbau der Kaffeepflanze benötigt wird.

Coffee growing area: the coffee belt

Arabica vs. Robusta

Es gibt zwei Haupt-Kaffeebohnensorten, die zum Konsum angebaut werden: Arabica und Robusta. Den Begriff „Arabica“ haben Sie vielleicht bereits in angesagten Cafés gehört. Diese Bohne wird allgemein als die bessere Kaffeebohnenart angesehen. Sie wird in einer Höhe zwischen 600 und 2.200 Meter ü. d. M. bei Temperaturen zwischen 15 und 30°C angebaut. Dadurch erzielt man einen geringeren Koffeingehalt, was wiederum zu einem weniger bitteren und – für viele Menschen – angenehmeren Geschmack führt. Robusta-Pflanzen werden in geringeren Höhen zwischen 0 und 800 Meter ü. d. M. bei Temperaturen zwischen 24 und 35°C angebaut. Sie können bis zu zwei Mal so viel Koffein enthalten wie Arabica-Bohnen und der Geschmack dieser Bohnen wird oft als augeprägter und mit erdigen Noten beschrieben.

Washed process of coffee cherries in Vietnam

Nasse Aufbereitung von Kaffeekirschen in Vietnam

Von der Pflanze in die Tasse

Kaffeebohnen sind technisch gesehen die Samen der Kaffeepflanze, die man in der Kaffeekirsche findet. Die Kirschen werden weltweit zu unterschiedlichen Zeiten geerntet. Kaffeepflanzen werden meist an Hängen angebaut. Wenn die Hänge steil sind ist ein mechanisches Ernten unmöglich. Stattdessen werden sie also von Hand gepflückt. Danach werden sie entweder mittels eines Waschvorgangs oder eines Trocknungsprozesses verarbeitet.

Coffee dry process in Kenya

Kaffeetrocknung in Kenia

Bei der nassen Aufbereitung werden die Kaffeebohnen mithilfe von Wasser und einer speziellen Entpulpungsmaschine aus den Kirschen entfernt. Dafür sind große Mengen Wasser notwendig und an dieser Stelle kann es auch oft zu einer Wasserverunreinigung bei der Kaffeeproduktion kommen. Bei der trockenen Verarbeitungsmethode werden die Kaffeekirschen in der Sonne getrocknet. Sobald sie vollständig trocken sind, wird die Bohne in einer Zerkleinerungsmaschine aus der Kirsche entfernt.

Kaffee war die Grundlage

Das UTZ Programm begann als Kaffeeprogramm mit dem Namen UTZ Kapeh, was so viel bedeutet wie „guter Kaffee“. Die Gründer, Nick Bocklandt und Ward de Groote, wollten ein Programm gründen, welches verantwortungsbewusste Anbaumethoden überall auf der Welt würdigt und es den Menschen ermöglicht, den genauen Ursprung ihrer Kaffeebohnen zu kennen. Ihr gemeinsames Ziel war es, nachhaltige Kaffeeproduktion zur Norm zu machen. Heute ist das UTZ Programm das größte Zertifizierungsprogramm für Kaffee weltweit.

Nachhaltigkeit zählt in der Kaffeeproduktion

Wir haben schon einen langen Weg hinter uns und konnten die Art und Weise, auf die Kaffee produziert und bezogen wird, positiv beeinflussen. Aber es gibt in der Kaffeeindustrie immer noch viele Bedenken in Hinblick auf Nachhaltigkeit.

Klimawandel

Outlook coffee plantation Brazil

Kaffeeplantation in Brasilien

Kaffee ist wie jede andere Pflanze abhängig von der Umwelt. Der Klimawandel wird ein immer ernsteres Problem und die Kaffeeproduktion wird zunehmend von Temperaturanstiegen, zunehmenden Regenfällen, mehr Dürren und anderen Umweltproblemen beeinträchtigt.

Wasserwirtschaft

Bei der nassen Verarbeitung werden außerdem Unmengen an Wasser benötigt, um die Kaffeekirschen zu spülen. Das dreckige Abwasser wird dann oft zurück in die Natur geleitet, wo es die Umgebung sowie das Wasser, das Menschen zum Trinken, Waschen und Spielen nutzen, verunreinigt.

Coffee harvest in India

Kaffeeernte in Indien

Soziale Probleme

Ein anderes großes Problem bei der Kaffeeproduktion sind die Rechte der Arbeiter. Der Anbau von Kaffee ist harte Arbeit, zu der oft auch das Tragen schwerer Lasten an steilen Hängen gehört. Die Industrie ist abhängig von Saisonarbeitern, die ihre Heimat oft weit hinter sich lassen und in qualitativ schlechten Unterkünften hausen. Viele Arbeiter erhalten geringe Löhne, genießen nur eingeschränkten Rechtsschutz und erhalten keine Renten, kein Urlaubsgeld oder andere Versicherungsleistungen.

UTZ Farmer Field School for coffee farmers in Uganda

UTZ Farmer Field School für Kaffeebauern in Uganda

An der Lösung dieser Probleme arbeiten wir – durch Zertifizierung und andere Mittel. UTZ-Landwirte werden in Hinblick auf gute landwirtschaftliche Praktiken wie z. B. Wasserrecycling und -reinigung geschult. Sie wissen, wie sie sich an den Klimawandel anpassen können und dass sie ihren Arbeitern gute Arbeitsbedingungen bieten müssen. Gleichzeitig arbeiten wir mit allen Beteiligten zusammen – von den Landwirten über Unternehmen, bis hin zu Regierungen und Nichtregierungsorganisationen – um diese weit verbreiteten Probleme der Kaffeeindustrie zu lösen – gemeinsam.

Sind Sie auch der Meinung, dass nachhaltiger Kaffee der Weg in die Zukunft ist? Dann schließen Sie sich unserem Programm an – noch heute.