Aktualisiert am 10. April 2019

Tee ist ein beliebtes Getränk, das rund um den Globus genossen wird. Tatsächlich wird er weltweit nach Wasser am zweithäufigsten konsumiert. Aber was wissen Sie eigentlich wirklich über Tee und seine Herstellung? Lassen Sie uns nachfolgend in die Welt des Tees eintauchen. Erfahren Sie, woher er kommt, wie man ihn herstellt und vor welchen Problemen und Möglichkeiten der Teesektor aktuell steht.

Zunächst einmal: Was ist „Tee“?

Tee wird aus den verarbeiteten Blättern der immergrünen Teepflanze Camellia sinensis hergestellt. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Asien und umfasst zwei Hauptvarietäten, nämlich sinensis aus China und assamica aus Indien. Aus diesen beiden Varietäten werden sechs Hauptteesorten hergestellt: weiß, gelb, grün, Oolong, schwarz (rot) und Pu-Erh. Die Merkmale der einzelnen Sorten bestimmen sich nach der Anbauregion und der Verarbeitungsmethode der grünen Teeblätter nach dem Pflücken. Andere beliebte „Tees“, z. B. Kamille, Pfefferminz, Hibiskus oder Jasmin, sind eigentlich überhaupt kein Tee, sondern ein Aufguss aus anderen natürlichen Rohstoffen wie Kräutern, Blumen, Früchten usw.

Wo wird er angebaut?

Tee stammt zwar ursprünglich aus Asien, wird aber derzeit in subtropischen und tropischen Regionen in mehr als 50 Ländern weltweit angebaut. 2015 wurden insgesamt 5,3 Millionen Tonnen Tee produziert, wobei fast 80 % des weltweiten Teeangebots aus vier Ländern kommen: China, Indien, Kenia und Sri Lanka.

Kleinplantagen erzeugen bis zu 60 % der weltweiten Teeproduktion und befinden sich insbesondere in China, Kenia, Vietnam und Sri Lanka.

Die Teeverarbeitung vom Blatt bis zur Tasse

Teepflanzen brauchen viel Platz und Pflege, um zu gedeihen. Die erste Ernte ist erst nach fünf bis sieben Jahren möglich. Die Blätter werden hauptsächlich von Hand gepflückt, weil Maschinen normalerweise zu grob mit den Teepflanzen umgehen und letztendlich die Blätter beschädigen würden. Die Häufigkeit, mit der gepflückt wird, schwankt stark und hängt vom Land, von der Erntetechnik, vom Klima und von anderen Faktoren ab. In manchen Regionen wird alle zwei bis fünf Tage geerntet, während es andernorts vielleicht nur alle ein bis drei Wochen soweit ist.

Es gibt zwei Pflückmethoden: die „feine Pflückung“ und die „grobe Pflückung“. Bei der feinen Pflückung werden nur die Knospe und die beiden obersten Blätter geerntet, um einen Tee mit einem zarteren, lieblicheren Aroma zu erhalten, der allgemein als hochwertiger angesehen wird. Bei der groben Pflückung werden normalerweise die Knospe und etwa vier Blätter geerntet. Diese Erntemethode ist weniger zeitaufwändig und erzeugt einen Tee mit einem kräftigeren Geschmack.

Nach dem Pflücken durchläuft der Tee je nach der gewünschten Sorte mehrere Verarbeitungsschritte. Jede Teesorte wird zwar gedörrt, gerollt und getrocknet, aber manche werden außerdem noch mit Feuer oder Dampf behandelt und einem Oxidations- und/oder Alterungsprozess unterzogen. Die nachfolgende Abbildung zeigt die einzelnen Verarbeitungsschritte für jede Teesorte.

Processing steps for each type of tea

Verarbeitungsschritte für die unterschiedlichen Teesorten

Wer sind die Bauern?

Weltweit gibt es schätzungsweise 13 Millionen Kleinbauern und Teeplantagenarbeiter. Viele Teebauern arbeiten für wenig Geld unter ungesunden Arbeits- und Lebensbedingungen. Frauen machen auf den meisten Teeplantagen zwar den Löwenanteil unter den Teepflückern aus, sind aber in der Arbeitswelt und in Führungspositionen oft unterrepräsentiert. Kleine Teebauern verdienen einen Großteil ihres Lebensunterhalts mit Tee, und weil sie kaum in Verbänden organisiert sind und es ihnen an eigenem Land fehlt, bieten sich ihnen nur wenige Chancen, wirtschaftlich voranzukommen.

Herausforderungen und Chancen für den Sektor

Neben den sozialen Problemen der Teebauern steht auch die Teeindustrie selbst vor vielen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Gewinne sind entlang der Lieferkette ungleich verteilt, weil viele Großunternehmen den Druck zur Senkung der Teepreise an die Erzeuger weitergeben. Das bedeutet, dass viele Bauern darum kämpfen, niedrige Teepreise mit hohen Produktionskosten unter einen Hut zu bringen. Unterdessen nehmen auch die Umweltprobleme zu. Der Klimawandel lässt die Temperaturen steigen und verursacht weltweit stärkere Schwankungen bei den Niederschlägen. Diese Faktoren mindern die Erträge und die Teequalität und erschweren den Teeanbau. Weitere Probleme bestehen u. a. in den Bereichen Pestizideinsatz, Entwaldung und Energieeffizienz.

Was wir tun

Das UTZ-Teeprogramm gewährleistet, dass zertifizierte Plantagen für ihre Arbeiter ein sicheres und gesundheitlich unbedenkliches Arbeitsumfeld schaffen. Wir sorgen außerdem dafür, dass bessere Anbaumethoden (z. B. Bodenmanagement und bestimmte Pflücktechniken) angewandt werden, die die Effizienz steigern und die Verschmutzung der lokalen Umwelt vermeiden. 2017 wurde UTZ-zertifizierter Tee in 13 Ländern produziert, und mehr als 107.000 Teebauern und Arbeiter profitierten vom UTZ-Programm. Beispielsweise wurden auf UTZ-zertifizierten Teeplantagen in Sri Lanka erstmals entsprechend geschulte Vorarbeiterinnen ernannt und übernahmen Aufgaben, die zuvor in Männerhand waren.

Da die Teeindustrie nach wie vor mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Problemen zu kämpfen hat, suchen wir neue Wege, um die Wirkung unserer Maßnahmen durch Zusammenarbeit zu verstärken. Wir sind z. B. seit Kurzem Mitglied der Integrated Pest Management Coalition (Zusammenschluss für integrierte Schädlingsbekämpfung) und der Global Living Wage Coalition (Zusammenschluss für bessere Einkommens- und Lebensbedingungen) und haben ein eigenes Sektor-Partnerschaftsprogramm eingeführt. Diese Programme bündeln die Kräfte von Zertifizierungs- und Nachhaltigkeitsorganisationen, sodass branchenweite Probleme in einem größeren Maßstab angegangen werden können. Obwohl noch einiges zu tun ist, um eine von Gleichheit und Nachhaltigkeit geprägte Teebranche zu schaffen, gibt es durchaus Bestrebungen, die Kompassnadel in die richtige Richtung zu drehen.

Glauben auch Sie, dass die Zukunft Ihres Unternehmens in einer nachhaltigen Teeproduktion liegt? Dann melden Sie sich noch heute für das UTZ Teeprogramm an!